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ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal?

DIE ZEIT·6 episodes

HistoryScience

Wo war die Varusschlacht? Was steckt hinter dem Mythos der Hanse? War Helmut Kohl ein großer Kanzler? Und wo sind eigentlich die Frauen in der Geschichte? Wir stellen Fragen an die Vergangenheit, beleuchten Ereignisse und Persönlichkeiten – und zeigen, was das alles mit heute zu tun hat. Jeden Monat neu zum Thema des aktuellen Hefts von ZEIT Geschichte. Die Hosts von "Wie war das noch mal?", Markus Flohr und Judith Scholter, haben zusammen in Hamburg Geschichte studiert, Geschichten geschrieben und sind nun Redakteur und Redakteurin bei ZEIT Geschichte. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten...

Episodes

1 hr 14 min
May 30, 2026Episode 64
Washington vs. Pontiac: Was der Kampf um Land für die Geburt der USA bedeutet

George Washington ist 16 Jahre alt, als er 1748 zum ersten Mal ins Shenandoah Valley reist, ein weites Tal in den Appalachen. Ausgestattet ist er mit einem Landvermesser-Kompass, denn Ziel des Trips ist es, das Land jenseits der natürlichen Grenze zu erkunden. Jahre später wird Washington Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee, die dafür kämpft, dass die 13 Kolonien an der amerikanischen Ostküste von Großbritannien unabhängig werden. 1789 wird er zum ersten Präsidenten der USA gewählt. Doch seinen frühesten Eindruck von dem, was einmal die Vereinigten Staaten sein könnten, gewinnt der junge Mann aus Virginia auf der ersten Tour nach Westen: Schon bald begegnet er dort einer Gruppe von »30 odd Indians« – »30 seltsamen Indianern«, wie er notiert. Im Jahr 1750 kauft Washington 1459 Acre Land im Shenandoah-Tal, etwa sechs Quadratkilometer. Bis zu seinem Tod wird er Land wie dieses bewirtschaften und mit ihm spekulieren – Land, auf dem bereits Menschen leben: Angehörige der Shawnee, Creek oder Delaware.  In der neuen Folge von »Wie war das noch mal« erzählen wir, wie die USA auch aus dem Streben nach Land geboren wurden. Wir reisen ins historische Tal des Ohio, wo die Briten siedeln wollen, die Franzosen ihre älteren Ansprüche verteidigen und indianische Gruppen von Beginn an um ihre Unabhängigkeit kämpfen. Wir erzählen, wie der Ottawa-Anführer Pontiac mit seiner indianischen Allianz die Briten an den Rand einer Niederlage bringt und wie es den jungen USA schließlich gelingt, den Kampf um das Land doch für sich zu entscheiden.  Das aktuelle ZEIT-Geschichte-Heft »250 Jahre USA. Die Geburt der Vereinigten Staaten – und der Angriff auf das Erbe der Gründerväter« bekommen Sie online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen.  Die Redaktion erreichen Sie per Mail unter [email protected]. Als Literatur für diese Folge haben wir unter anderem diese Bücher verwendet: Colin G. Calloway: The Indian World of George Washington. The First President, the First Americans and the Birth of The Nation, Oxford University Press 2018 Aram Mattioli: Verlorene Welten. Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas, Klett-Cotta 2017 Volker Depkat: Die Amerikanische Revolution, C. H. Beck, München 2026 <a href="https://abo.zeit.de/zg-testen/?icode=01w0557k1001angaudall2403&utm_medium=audio&utm_source=shownotes&utm_campaign=standard&utm_content=01w0557k1001angaudall2403&wt_zm

53 min
Apr 25, 2026Episode 62
Hermann der Cherusker: Der Mythos vom ersten Deutschen

Am 16. August 1875 pilgern Tausende Menschen in den Teutoburger Wald bei Detmold. Dort wird das Hermannsdenkmal eingeweiht, eine Statue, wie Deutschland sie noch nicht gesehen hat. Inklusive Sockel ist sie 54 Meter hoch, ein kolossaler Recke mit Flügelhelm: Hermann der Cherusker. Allein das Schwert, das er gen Westen – Richtung Frankreich – hebt, misst sieben Meter. Der Hermann ist zu dieser Zeit die höchste Statue der westlichen Welt. Am Festtag ist der Weg auf die Grotenburg, wo der Koloss steht, mit Tribünen gesäumt. Auch Kaiser Wilhelm I. gibt sich die Ehre, um den Triumph der Fertigstellung zu feiern. Doch der so pompös als Ur-Deutscher gefeierte Hermann hieß nicht immer so: Eigentlich trug er den Namen Arminius und war ein germanischer Stammesfürst. Er kommandierte römische Hilfstruppen der Cherusker zwischen Weser und Elbe. Und niemand hätte sich je an ihn erinnert, hätte er sich nicht im Jahr 9. n. Chr. aus unbekannten Gründen plötzlich gegen seinen Dienstherren, den römischen Statthalter in Germanien, Publius Quinctilius Varus, gewandt und diesen mitsamt seinen drei Legionen in einer großen Schlacht vernichtend geschlagen. In der neuen Folge von »Wie war das noch mal« begeben wir uns auf die Spuren des Arminius- und Hermannskultes. Wir besichtigen das Hermannsdenkmal bei Detmold und fragen, was im Jahr 9. n. Chr. eigentlich geschehen ist. Wir erzählen, wie aus der Varusschlacht am Rande des römischen Imperiums 1500 Jahre später ein deutscher Heldenmythos geboren wurde. Und wir reisen ins 19. Jahrhundert, als mit Napoleon ein neuer Feind diesem Mythos wieder Leben einhauchte und die Geschichte von Hermann dem Cherusker schließlich zur chauvinistischen Großmachterzählung wurde. Bis heute ist der angebliche Hermann ein Identitätsspender für rechtsradikale Germanenfans. Höchste Zeit, ihn sich einmal genauer anzusehen. Das aktuelle ZEIT-Geschichte-Heft »Wer sind die Deutschen? Und seit wann?« bekommen Sie online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen. Die Redaktion erreichen Sie per Mail unter [email protected]. Wir möchten uns sehr herzlich bei dem Schauspieler und Sprecher FritzStavenhagen bedanken, der uns die Erlaubnis gegeben hat, Auszüge aus seinerEinspielung aus Heinrich Heines »Deutschland. Ein Wintermärchen« in dieFolge einzubauen. Seine Bibliothek gelesener deutscher Lyrik finden Sie <a href="htt

1 hr 9 min
Apr 4, 2026Episode 61
Das Lied der Deutschen und seine Geschichte

Tapfer singen Kanzler Helmut Kohl, Außenminister Hans-Dietrich Genscher, Berlins Regierender Bürgermeister Walter Momper und SPD-Ehrenvorsitzender Willy Brandt am 10. November 1989, einen Tag nach dem Mauerfall, gegen einen Orkan gellender Pfiffe an: "Einigkeit und Recht und Freiheit …" Aber sie haben keine Chance. Das Volk vor dem Schöneberger Rathaus will das Lied an diesem Abend nicht hören. Die Kakofonie geht durch alle Nachrichtensendungen und sorgt für einen schiefen Ton in aller schwarz-rot-goldenen Euphorie. Mit ihrem ureigenen Lied, so scheint es, haben einige Deutsche nie ihren Frieden gemacht. Auch als die Mauer fällt und Berlin und das ganze Land wieder eins werden. Die Deutschen und ihre Hymne – das ist eine lange, komplizierte und faszinierende Geschichte, der sich die neue Folge von "Wie war das noch mal?" vor allem musikalisch nähert: Wir begeben uns auf die Spuren der Reise, die das "Lied der Deutschen" bis heute zurückgelegt hat, und hören immer wieder hin: Von Wien um 1800, als Joseph Haydn die Melodie ersann – wenn auch zu einem ganz anderen Zweck –, bis auf die Insel Helgoland, wo Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1841 die bald berühmten und später berüchtigten drei Strophen dichtete. Wir fragen, was das Lied den Deutschen bedeutete, als es noch keine Hymne war – und was der sozialdemokratische Reichspräsident Friedrich Ebert erreichen wollte, als er es 1922 zum Nationalgesang erkor. Wir blicken auch auf die Zeit des Nationalsozialismus, als "Deutschland, Deutschland über alles" allenthalben als chauvinistische Drohung skandiert wurde und zur Begleitmusik von Pogrom, Angriffskrieg und Holocaust wurde. Und schließlich diskutieren wir die Frage: Haben wir Deutschen eigentlich kein anderes Lied in petto? Das aktuelle ZEIT-Geschichte-Heft "Wer sind die Deutschen? Und seit wann?" bekommen Sie online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen. Für unseren Podcast haben wir folgende Literatur benutzt, die wir gerne empfehlen wollen: Jörg Koch: "Einigkeit und Recht und Freiheit. Die Geschichte der deutschen Nationalhymne", Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2021 Kurt Reumann: "Die Geschichte der deutschen Nationalhymne", Frank & Timme Verlag, Berlin 2024 Bernt Ture von zur Mühlen: "Hoffmann von Fallersleben. Biographie", Wallstein Verlag, Göttingen 2010 Wir möchten uns sehr herzlich bei den sogenannten Liedarchäologen Stephan Höning und Joachim Seltmann bedanken, die uns ihre Aufnahmen des "Liedes d

1 hr 13 min
Feb 28, 2026Episode 59
Die Macht der Siedler: Israel und das Westjordanland

Unter einem Vorwand reist der Rabbi Moshe Levinger im April 1968 nach Hebron. Etwa 60 Mitstreiter begleiten ihn in diese Stadt im Westjordanland, das Israel im Vorjahr besetzt hat. Sie sind unterwegs in heiliger Mission: Vor Ort erklären sie sich zur "ersten Gruppe von Siedlern, die gekommen ist, die jüdische Gemeinde in Hebron zu erneuern". Denn sie betrachten das Westjordanland als Teil des Territoriums, das Gott den Juden verheißen hat. Und bald entsteht dort am Rand von Hebron eine der ersten jüdischen Siedlungen. Heute sind die Siedler politisch so einflussreich wie nie zuvor – und gelten als eine der großen Hürden für einen Frieden mit den Palästinensern. Im Schatten des Gazakrieges eskaliert zunehmend auch im Westjordanland die Gewalt. Immer rücksichtsloser treibt die israelische Regierung dort die Besiedelung voran und damit in den Augen von Kritikern eine faktische Annexion.  In unserer neuen Sendung zeichnen wir die Geschichte dieser Siedlerbewegung nach, seit ihren Anfängen 1967, als Israel im Sechstagekrieg Besatzungsmacht wurde und plötzlich die Kontrolle über das Westjordanland erlangte. Der Historiker Moshe Zimmermann ordnet für uns ein, wie radikalreligiöse Aktivisten wie Levinger dort auf eigene Faust Fakten schafften und die Politik unter Zugzwang setzten. Damals begannen auch säkulare Israelis, die Ziele der Siedler zu unterstützen. Es war die Beinahe-Niederlage im Jom-Kippur-Krieg sieben Jahre nach diesen Anfängen, die der Siedlerbewegung einen entscheidenden Schub verschaffte. Wir nehmen das Jahr 1977 in den Blick, als der konservative Likud-Block erstmals an die Macht gelangte. Nun forcierte die israelische Regierung selbst die systematische Besiedlung des Westjordanlandes, ohne Rücksicht auf das Völkerrecht. Wir berichten von der Rebellion der Siedlerbewegung gegen den Friedensprozess der 1990er-Jahre und von den Terroranschlägen, die Siedler und Palästinenser gegeneinander verübt haben. Außerdem fragen wir: Wer sind die rechtsextremen Siedler, die heute als Minister Benjamin Netanjahus Kabinett angehören? Steht eine offizielle Annexion des Westjordanlandes bevor? Und ist eine Zweistaatenlösung durch die etwa 700.000 Siedler inzwischen unmöglich geworden? Unser aktuelles Heft "Israel und Palästina" bekommen Sie online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen.   Alle Folgen des Podcasts hören Sie hier.  Die Redaktion erreichen Sie per Mail unter [email protected]. Für unsere Sendung haben wir folgende Literatur benutzt, die wir gerne

1 hr 15 min
Jan 31, 2026Episode 58
Die Hamas: Terror gegen Israel

Beinahe hätte eine Coladose die Geschichte des Nahen Ostens verändert, auf jeden Fall die Geschichte der Hamas. Es passiert am 24. September 1997 in Amman, der Hauptstadt Jordaniens: Ein Kommando des israelischen Geheimdienstes Mossad versucht, Chalid Maschal zu töten, damals einer der Anführer der Terrororganisation. Zwei Agenten attackieren ihn mit Gift. Um den Angriff zu tarnen, spritzen sie mit einer geschüttelten Coladose umher. Aber Maschal bemerkt sie, die Angreifer fliehen, werden gefasst und verhaftet. Der Vorfall löst eine politische Krise aus, an deren Ende Israel Maschal mit einem Gegengift das Leben retten und den inhaftierten Hamas-Gründer Scheich Ahmed Jassin freilassen muss. Der Angriff ist misslungen. In unserer neuen Sendung zeichnen wir den Aufstieg der Hamas nach, die seit ihrer Gründung 1987/88 zum gefährlichsten Gegner Israels aufgestiegen ist und zum Rivalen der Fatah-Bewegung des Palästinenserführers Jassir Arafat. Mit dem Historiker und Journalisten Joseph Croitoru sprechen wir darüber, wie aus einer ursprünglich religiösen Vereinigung, die als Ableger der Muslimbrüder entstand, während der ersten Intifada Anfang der Neunzigerjahre die bewaffnete Hamas wurde, die Israel seitdem mit Terror attackiert. In den Neunzigerjahren, als Jassir Arafat und Israels Regierungschef Izchak Rabin Frieden schlossen, waren es vor allem die Kassam-Brigaden der Hamas, ihr militärischer Arm, der mit Selbstmordattentaten den Friedensprozess beenden wollte. Wir rekapitulieren, wie und warum Israel die Gruppe anfangs in den Achtzigerjahren, gewähren ließ, welch ambivalenten Kurs vor allem der Langzeitpremier Benjamin Netanjahu, aber auch sein Parteikollege Ariel Scharon gegenüber der Gruppe einschlug – bis die Organisation seit 2007 im Gazastreifen ein islamistisches Regime errichtete. Seitdem kommt es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die 2023 im Terrorangriff auf Israel und dem anschließenden Gazakrieg eskalierten. Wir fragen zudem, wie stark die Hamas heute unter den Palästinensern ist; was sie von der Fatah unterscheidet, die Jassir Arafat lange anführte, bis Mahmud Abbas ihm nachfolgte. Wir wollen schließlich wissen: Gibt es einen Frieden nur ohne die Hamas? Oder nur mit ihr?Unser neues Heft "Israel und Palästina" bekommen Sie online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen. Alle Folgen des Podcasts hören Sie <a href="https://eur06.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Fserie%2Fwie-war-das-noch-mal&data=05%7C02%7Cmarkus.flohr%40zeit.de%7

2 min
Jan 13, 2026Episode 63
Eine Ankündigung

Ab sofort werden wir das Archiv von "ZEIT Geschichte. Wie war das nochmal?" und vielen weiteren Podcasts der ZEIT exklusiv für unsere Abonnenten zugänglich machen.Die drei aktuellsten Folgen bleiben kostenlos und frei verfügbar. Alle älteren Folgen können Sie künftig mit einem Digital- oder Podcastabo der ZEIT hören, unter www.zeit.de/geschichtspodcast, auf Apple Podcasts oder Spotify.Wenn Sie noch kein Abo haben, können Sie unter www.zeit.de/podcastabo ein kostenloses Probeabo bestellen. Nach der Probephase kostet es 4,99 Euro im Monat. Sie erhalten damit nicht nur Zugriff auf das komplette Podcastarchiv der Zeit, sondern auch auf regelmäßige Bonusfolgen von "OK, America?", "Das Politikteil", "Verbrechen" und weiteren Podcasts. Außerdem können Sie mit dem Abo unsere teils preisgekrönten Podcastserien wie "Irma. Das Kind aus Srebrenica" oder "Friedrich Merz: Sein langer Weg zur Macht" hören.Wenn Sie die ZEIT nicht nur hören, sondern auch lesen wollen, können Sie außerdem unter www.zeit.de/mehr-hoeren unser Digitalabo ebenfalls kostenlos für einen Monat testen.Wenn Sie bereits ein Abo haben, können Sie es direkt in Ihrer App mit Apple Podcasts oder Spotify verbinden und wie gewohnt weiterhören.Bei Fragen und Problemen schreiben Sie uns gerne an [email protected]. Hier können Sie eine aktuelle Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen. Sie bekommen das Heft zum Bauernkrieg, aber auch viele andere, im Handel oder online im ZEIT Shop.Vergünstigtes Podcast-Abo für ZEIT GESCHICHTE-Leser zeit.de/abo-geschichte. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen mö

56 min
Dec 20, 2025Episode 60
Wie kam Jesus in den Koran?

Es ist die Sure 19, die Maria, der Mutter Jesu, gewidmet ist. Sie erzählt, wie Maria ihren Sohn auf die Welt bringt – und sofort kann er sprechen. Ein Wunder. Doch wer ist dieser Jesus des Korans eigentlich und wie führte sein Weg in Mohammeds Offenbarung? Welche Rolle spielt seine Mutter Maria? Die neue Folge von Wie war das noch mal? begibt sich auf eine geschichtlich-theologische Suche in die Welt der Spätantike, nach Mekka und Medina, in die Lebenszeit Mohammeds zu Beginn des siebten Jahrhunderts.Gemeinsam mit dem islamischen Theologen und Religionspädagogen Mouhanad Khorchide aus Münster spüren wir der Frage nach, welche Rolle das Christentum der arabischen Halbinsel für die ersten Muslime spielte, was Mohammed von Jesus gehört hatte und welche Rolle Jesus in seiner Offenbarung spielte. Wir entdecken, dass Christentum und Islam nicht immer in Konkurrenz und Feindschaft zueinander standen, sondern dass Mohammed sich und seine Botschaft vielmehr in einer Tradition mit Jesus, aber auch mit den jüdischen Urvätern Abraham und Mose sieht.  Und wir wollen wissen, was wir heute daraus lernen können, dass "Jesus, Sohn der Maria", eine prominente Figur im Koran ist.Unser neues Heft Christentum und Islam bekommen Sie online im ZEIT Shop oder im Handel. Die Redaktion erreichen Sie per Mail unter [email protected]. Für unsere Sendung haben wir folgende Literatur benutzt, die wir gerne empfehlen möchten:Mouhanad Khorchide: Der andere Prophet. Jesus im Koran, Herder VerlagMartin Bauschke: Der Sohn Marias: Jesus im Koran, Lambert Schneider/WBGKarl-Josef Kuschel: "Dass wir alle Kinder Abrahams sind ...": Helmut Schmidt begegnet Anwar as-Sadat, Herder VerlagGudrun Krämer: Geschichte des Islam, C.H. Beck Verlag Hier können Sie eine aktuelle Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen. Sie bekommen das Heft zum Bauernkrieg, aber auch viele andere, im Handel oder online im ZEIT Shop.Vergünstigtes Podcast-Abo für ZEIT GESCHICHTE-Leser <a href="https://abo.zeit.de/podcast_8w_gratis_plusrabatt_zgpodcast/?icode=01w0813k1001angaudint2601&utm_medium=audio&utm_source=geschichtspodcast_redaktion&utm_campaign=Standard&utm_content=01w0813k1001angaudint2601&wt_zmc=audint.Int.zabo.geschich

1 hr 4 min
Nov 29, 2025Episode 57
„Gott will es“: Die Kreuzzüge und die islamische Welt

Im November 1095 ruft Papst Urban II. zum Kreuzzug auf. Auf dem Konzil von Clermont hält er eine Predigt vor fast 200 Erzbischöfen, Bischöfen und Äbten, immer wieder wird er von Rufen unterbrochen: „Deus lo vult!“, „Gott will es!“  In mehreren großen Gruppen finden sich Ritter, Bauern oder Tagelöhner zusammen, um Richtung Jerusalem zu ziehen. Rund dreieinhalb Jahre später erobert ein christliches Heer die Heilige Stadt von den muslimischen Fatimiden, verübt ein grausames Massaker an den muslimischen und jüdischen Einwohnern und errichtet einen Kreuzfahrerstaat: das Königreich Jerusalem. Immer wieder wird der Kreuzzug als tiefer Einschnitt in die Beziehung von Islam und Christentum gewertet, als blutiger Dreh- und Angelpunkt ihrer gemeinsamen Geschichte. Doch stimmt dieser Befund? Welches Echo fanden die Kreuzzüge damals in der islamischen Welt? In der neuen Folge von „Wie war das noch mal?“ gehen wir dieser Frage nach. Auch das aktuelle Heft von ZEIT Geschichte dreht sich um die Geschichte von Christentum und Islam, die oft zu einer Erzählung von ewiger Feindschaft stilisiert wird. Was ist echter Konflikt, was Mythos? Vom Leben Mohammeds bis in die Gegenwart spüren wir dieser Frage nach: Wieso büßte die muslimische Welt ihren zivilisatorischen Vorsprung ein? Was dachte Luther über den Islam? Und trug der europäische Kolonialismus zur Entstehung des Islamismus bei? Die Einspielung des Palästinalieds von Walther von der Vogelweide stammt von der Sängerin Korydwenn. Es ist hier zu finden.Sie bekommen das Heft online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen.Die Redaktion erreichen Sie per Mail unter [email protected].  Hier können Sie eine aktuelle Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen. Sie bekommen das Heft zum Bauernkrieg, aber auch viele andere, im Handel oder online im ZEIT Shop.Vergünstigtes Podcast-Abo für ZEIT GESCHICHTE-Leser <a href="https://abo.zeit.de/podcast_8w_gratis_plusrabatt_zgpodcast/?icode=01w0813k1001angaudint2601&utm_medium=audio&utm_source=geschichtspodcast_redaktion&utm_campaign=Standard&utm_conten

56 min
Oct 25, 2025Episode 53
Im Geist der Wehrmacht? Wie vor 70 Jahren die Bundeswehr entstand (Teil 1)

Am 20. Januar 1956 haben sich die ersten etwa 1000 Soldaten der neuen westdeutschen Streitkräfte in Andernach in Rheinland-Pfalz versammelt. Sie erwarten hohen Besuch, der Bundeskanzler hat sich angekündigt. Konrad Adenauer kann die Visite in Andernach als großen Erfolg verbuchen: Nur zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs darf die Bundesrepublik im Rahmen der Nato eigene Streitkräfte aufstellen. Das Besatzungsstatut ist aufgehoben worden und Westdeutschland mit wenigen Einschränkungen wieder souverän. "Soldaten", hebt Adenauer in seiner Ansprache an die noch namenlose Truppe an: "Sie stehen vor einer Aufgabe, die durch manche Schatten der Vergangenheit und Probleme der Gegenwart besonders schwierig ist. Das deutsche Volk erwartet von Ihnen, dass Sie in treuer Pflichterfüllung Ihre ganze Kraft einsetzen für das über allem stehende Ziel, in Gemeinschaft mit unseren Verbündeten den Frieden zu sichern."Den "Schatten der Vergangenheit", die über der Gründung der Bundeswehr liegen, spüren wir in diesem ersten Teil unserer Doppelfolge von "Wie war das noch mal" nach. Denn deutsche Soldaten nur wenige Jahre nach Kriegsende, das bedeutet zwangsläufig, dass man beim Aufbau der Streitkräfte auf ehemalige Angehörige der Wehrmacht angewiesen ist. Aber wie viel Wehrmacht genau steckt in der neuen Bundeswehr? Um diese Frage zu beantworten, lernen wir Hans Speidel und Adolf Heusinger kennen, zwei ehemalige Generäle Hitlers, die schon im Jahr 1950 bei ersten konspirativen Planspielen für eine bundesdeutsche Armee  mitmischen und die bald Führungsposten in der neuen Bundeswehr bekleiden. Wir erzählen von der geheimen Schnez-Truppe, einer Schattenarmee ehemaliger Wehrmachtssoldaten, die gegen den Kommunismus kämpfen wollte, und davon, wie der Wehrmachtsveteran Wolf Graf von Baudissin ein neues Soldatenbild entwirft, das den Geist des Grundgesetzes atmet und die Bundeswehr bis heute prägt. Und wir beleuchten, wie beinahe alles anders gekommen wäre: Bevor die Bundeswehr gegründet wurde, verhandeln Adenauer und die Alliierten über eine europäische Armee.  Der zweite Teil dieser Doppelfolge wird sich mit den großen Debatten nach der Gründung der Bundeswehr beschäftigen. Denn schon vor 70 Jahren stand die Bundesrepublik vor der Aufgabe, aus dem Stand Tausende neue Soldaten aufzustellen. Ob es dazu einer Wehrpflicht bedürfe, darüber haben sich schon in den Fünfzigerjahren die Geister geschieden.Der zweite Teil ist im Abobereich zu finden, wo Sie unsere Arbeit unterstützen können.Auch das aktuelle Heft von ZEIT Geschichte dreht sich um die Geschichte der Bundeswehr seit ihrer Gründung vor 70 Jahren und um die Fragen, die seit Putins zweitem Überfall auf die Ukraine wieder mit Wucht auf die Tagesordnung zurückgekehrt sind. Wir zeigen in der neuen Ausgabe, dass es in der Geschichte der Bundeswehr nicht nur eine, sondern viele Zeitenw

1 hr 15 min
Sep 27, 2025Episode 52
Der Starfighter-Skandal

Am 19. Juni 1962 stürzen vier Piloten westlich von Köln mit ihren Kampfflugzeugen ab. Gerade erst hat die Luftwaffe die Maschinen eingeführt, die Piloten trainieren für eine Flugshow am nächsten Tag. Alle vier Männer sterben bei dem Absturz unweit des Luftwaffen-Stützpunkts Nörvenich. Es ist die erste Katastrophe dieser Art in der Bundesrepublik. Die Flugshow am Folgetag wird abgesagt. Eigentlich sollte gefeiert werden, dass an diesem Standort der neue Allzweck-Kampfjet der Bundeswehr in Dienst gestellt wird: der Starfighter. Nun liegen vier Exemplare zerstört am Boden. In der neuen Folge von "Wie war das noch mal?" nehmen wir Platz in einem aufregenden Flugzeug, das mit doppelter Schallgeschwindigkeit flog, der Bundeswehr Schlagkraft und Modernität bringen sollte und geradezu sinnbildlich für die Nachkriegs-Allianz mit den USA stand. Doch der Starfighter war auch bald berüchtigt für seine Abstürze und Pannen. Er kostete viel zu viele junge Piloten das Leben. Zudem sorgte er für eine aufsehenerregende Schmiergeld-Affäre. Es gibt kein Flugzeug der Bundeswehr, das so bekannt ist, keines hat einen so ambivalenten Ruf. Wir zeichnen die Geschichte des Starfighters nach und begeben uns in die Zeit kurz nach der Gründung der Bundeswehr. Warum entschied der CSU-Verteidigungsminister Franz Josef Strauß im Jahr 1958, ausgerechnet diesen Kampfjet zu kaufen? Wir rekapitulieren die Pannenserie und die zahlreichen Abstürze, die 1965 und 1966 zu einer heftigen politischen Krise in Regierung und Parlament in Bonn führten. Wir lassen uns vom Starfighter-Piloten Klaus Sommer erzählen, wie schwierig es wirklich war, diesen Jet zu fliegen, und wie es sich anfühlte, im Cockpit zu sitzen – mit einer Atombombe unter dem Rumpf. Sommer erinnert sich wie die meisten Starfighter-Piloten trotz allem gerne an den Kampfjet: Er war "das Beste, was einem passieren konnte", sagt er, "wenn man es überlebte".Auch das aktuelle Heft von ZEIT Geschichte widmet sich der Bundeswehr, die im November ihren 70. Geburtstag feiert: Darin analysiert der Militärhistoriker Sönke Neitzel, dass die deutsche Armee wieder zu ihrer ursprünglichen Aufgabe der Landesverteidigung zurückfinden muss. Der Historiker und ZEIT-Geschichte-Autor Norbert Frei erzählt, wie Konrad Adenauer den Alliierten die Wiederbewaffnung abgerungen hat. Moritz Gerlach geht der Frage nach, ob und wann die Bundeswehr eigentlich in der Lage war, das Land zu verteidigen. Und unsere Autorin Magdalena Gräfe hat die Geschichte des Hauptgefreiten Sergej Motz nachgezeichnet, der 2009 in Afghanistan starb – als erster deutscher Soldat, der nach 1945 in einem Feuergefecht bei einem Kampfeinsatz ums Leben kam. Sie erhalten das Heft online im ZEIT Shop oder im Handel. <a href="https://abo.zeit.de/zg-testen/?icode=01w0169k0575angaudall2110&utm_medium=audio&utm_source=zgpodcast&utm_campaign=zg_zon_podcast&utm_content=&wt_zm

1 hr 17 min
Aug 30, 2025Episode 51
"Rule Britannia": Queen Victoria, das Empire und der Imperialismus

Es ist ein echter Hochkaräter, der kurz vor der Weltausstellung im Jahr 1851 in London ankommt: der Koh-i-Noor, einer der berühmtesten Diamanten der Welt. Während der Kriege gegen die Sikh im nordindischen Punjab war er der Britischen Ostindien-Kompanie in die Hände gefallen und kam kurz darauf in den Besitz von Königin Victoria. Der Stein wird zum Prunkstück der Great Exhibition, in Scharen strömen die Besucher in den Kristallpalast, den Crystal Palace, im Hyde Park. Sie wollen den Schatz des Empires bewundern.Dass Königin Victoria das kostbare Stück jedoch bald umschleifen lässt, hinterlässt aus heutiger Sicht einen Beigeschmack: Die Königin formt sich ihr neues Kronjuwel, wie es ihr behagt – ganz so wie Großbritannien im Viktorianischen Zeitalter meint, sich Indien als "Kronjuwel des Empires" untertan machen und ausbeuten zu können.In unserer neuen Folge stellen wir die britische Königin vor, der das Viktorianische Zeitalter seinen Namen verdankt. Am Beispiel Indiens, des "Kronjuwels" des Empires, diskutieren wir, welchen Einfluss Victoria in den 64 Jahren ihrer Herrschaft auf den britischen Imperialismus hatte. Wir reisen in die Zeit des Sepoy-Aufstandes, als indische Soldaten in britischen Diensten sich 1857 im Norden des Subkontinents gegen die Machthaber auflehnen und es kurz den Anschein hat, als könne die britische Herrschaft in Indien ernsthaft ins Wanken geraten. Wir erzählen, wie Großbritannien die Kolonie nach der Niederschlagung des Aufstandes im Namen Ihrer Majestät noch enger an sich bindet, und fragen, warum Königin Victoria sich 1877 – aller englischen Tradition zum Trotz – zur Kaiserin krönen lässt, zur Kaiserin von Indien.Dazu haben wir mit Benedikt Stuchtey gesprochen, Professor für Neuere und Neueste Geschichte in Marburg. Er ist Experte für die Geschichte des Britischen Empires, seinen bei C. H. Beck erschienenen Band empfehlen wir sehr.Auch das aktuelle Heft von ZEIT Geschichte hat den Imperialismus zum Thema: Darin erläutert der Historiker Jürgen Osterhammel, warum keine überzeitliche Kontinuität von den alten zu den neuen Imperien führt. Die künftige Leiterin des Deutschen Historischen Instituts in Washington, D. C., Ulrike von Hirschhausen, fragt nach den Herausforderungen, vor denen ehemalige Kolonialmächte nach dem Ende ihrer Herrschaft stehen, und der USA-Kenner Bernd Greiner spürt den Folgen des amerikanischen Imperialismus nach.Sie bekommen das Heft online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen.Die Redaktion erreichen Sie per Mail unter [email protected].</

46 min
Jul 8, 2025Episode 54
Spezial: Irma. Das Kind aus Srebrenica – Er drückt ihr sein Baby in die Hand, dann wird er abgeführt

Christine Schmitz arbeitet im Juli 1995 als  Krankenschwester für Ärzte ohne Grenzen in Bosnien. Dort wird sie Zeugin des Völkermords von Srebrenica. Und sie erlebt einen Moment, der sie danach ihr Leben lang begleitet.Ein junger Bosnier übergibt ihr seine einjährige Tochter, bevor er von einem serbischen Soldaten abgeführt wird. Christine bringt das Mädchen in Sicherheit und hilft bei der Evakuierung. In den Jahren danach fragt sie sich: Was ist aus dem Mädchen geworden? Und was aus dem Vater?  Lange bekommt sie keine Antwort auf die Fragen. Dann bekommt sie plötzlich eine Email.Lob, Kritik und Anregungen gerne per Mail an [email protected], Skript und Recherche: Bastian Berbner und Simone GaulProjektleitung: Ole Pflüger, Constanze KainzProduktion: Ole Pflüger, Bony StoevRedaktionelle Mitarbeit: Konstantin Hadži-Vuković, Magdalena Inou, Markus GläserSounddesign: Alexander Krause, Bony StoevÜbersetzungen: Samra Halilovic, Tanja Kosic, Lejla Krilić, Branislav ŠovljanskiVoiceover Irma: Senita HuskićVoicover Mevlida: Lisa HrdinaBildredaktion: Michael PfisterFotos: Vedad DivovićCover: Lea DohleVielen Dank an Nedzad Avdić, Hans Blom, Barbara Matejčić, Hidayeta Mujkić,, Alma Mustafić, Abdurahman Omić, Miralem Smajlović, Nemanja Stjepanović, Liesbeth Zegveld Alle Folgen von "Irma" können Sie mit einem Digital-Abo oder Podcast-Abo der ZEIT hören. Alle Infos dazu gibt es unter www.zeit.de/podcastabo.Ein kostenloses Probeabo können Sie abschließen unter www.zeit.de/podcastabo. Hier können Sie eine aktuelle Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen. Sie bekommen das Heft zum Bauernkrieg, aber auch viele andere, im Handel oder online im ZEIT Shop.Vergünstigtes Podcast-Abo für ZEIT GESCHICHTE-Leser zeit.de/abo-geschichte. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.[

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