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ERF Plus - Bibel heute

ERF - Der Sinnsender·366 episodes

ChristianityReligionSpirituality

Die tägliche Bibelauslegung zum ökumenischen Bibelleseplan.

Episodes

12 min
Jun 12, 2026
Ich verstehe nur Bahnhof

Der Bibeltext Hosea 2,4-15 – ausgelegt von Horst Bergmann. Ein wirres Durcheinander – und der Versuch, es zu entwirren„Ich verstehe nur Bahnhof“ – so sagt man ja gelegentlich, und meint damit: es ist so, wie wenn ich in einem riesigen Bahnhofsgebäude stehe und hier den Fetzen einer Durchsage höre, dort einen anderen; dazwischen rauschen Züge vorbei, rufen Menschen – ein wildes Durcheinander an Sinneseindrücken – und ich verstehe letztlich: nichts.So ging es auch mir, als ich den Bibelabschnitt erstmals las: Ich verstand „Bahnhof“, verstand nichts. Hurerei, Baale, Drohungen – alles wild durcheinander; was soll das?Ich lade ein, dass wir uns nun ein wenig miteinander auf den Weg machen, um diese verwirrenden Eindrücke zu sortieren, sie zu entwirren und auf die Reihe zu bringen. Ziel wäre – um im Bild vom Bahnhof zu bleiben –, dass es dann so ist, als ob eine deutliche Durchsage an dem Bahnsteig zu hören ist, an dem wir stehen: Achtung, auf Gleis soundsoviel fährt ein der Zug Nummer soundsoviel nach Soundso – Vorsicht bei der Einfahrt!Aber bis es so weit ist, müssen wir uns ein bisschen abmühen – so wie wenn wir im Bahnhof unseren Koffer durch die Menschenmengen hindurch und über die Treppe hinauf zum Bahnsteig schleppen. – Also, auf geht’s!Gottes Liebe zu seinem Volk – das Bild des EhemannsEine grundlegende Entdeckung zum Beginn: hier sind 2 Gedankengebilde ineinander verwoben. Da ist auf der einen Seite das Bild eines traurigen und ärgerlichen, ja geradezu wütenden Ehemanns, dessen Frau fremdgeht. Auf der anderen Seite ist vom lebendigen Gott die Rede, in seiner Beziehung zu seinem Volk Israel, das ihn vergessen hat. Und diese beiden Aussagen sind nun immer neu miteinander verbunden: der lebendige Gott ist wie ein Ehemann, der sein Volk liebt wie seine Frau. Gott liebt – er kümmerte sich um sie, als sie nackt und elend war; so wie das Volk Israel in Ägypten elend in der Sklaverei leben musste. Gott liebt – er warb um sie, setzte sich ein für sie; so wie Gott das Volk aus der Gefangenschaft befreite. Gott liebt – er schloss einen Bund mit ihnen, vergleichbar dem Ehebund. Und wie ein Ehemann seine Frau reich beschenkt – so beschenkte er das Volk im neuen Land reichlich: mit allem, was sie zum Leben brauchten, Korn und Wasser und Öl, dazu Wein und Feigen als Genuss. Außerdem mit allem, was für die Kleidung nötig ist, Wolle und Flachs: Wolle von Schafen und Ziegen, Flachs, um Stoffe aus Leinen herzustellen. Es fehlte wirklich an nichts.Und nun? – Alles scheinbar vergessen. Das Volk hat Gott vergessen. Und alles von IHM Geschenkte umgedeutet: Baal hat’s gegeben, so dachten sie. – Zwischenfrage: Wer ist dieser Baal? – Bzw.: Was hat’s mit diesem Baal auf sich? Bzw. mit den Baalen in der Mehrzahl? (wie’s am Ende heißt)Der Baalskult – damals und heuteAntwort: Baal ist ein altorientalischer sogenannter Fruchtbarkeitsgott. Von ih

7 min
Jun 11, 2026
„Was für ein Text! Oh, Mann!“

Der Bibeltext Hosea 2,1-3 – ausgelegt von Antje Forster. Ein erster Eindruck: Trocken und unverständlich?„Was für ein Text! Oh, Mann!“Hosea 2, 1–3 erscheint mir so richtig langweilig. Wie eine trockene Abhandlung von einem technischen Bericht, von dem ich eigentlich nichts verstehe. Natürlich habe ich auch Gott gebeten, dass er mir eine gewisse Idee eingeben möge. Aber es passierte nicht wirklich etwas. Meine Gedanken blieben nur immer wieder am letzten Vers „Nennt eure Brüder „Mein Volk“ und eure Schwestern „Erbarmen“ hängen.Gottes Volk und seine Untreue – ein wiederkehrendes ThemaEin Klassiker. Es geht um die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk und dessen Untreue gegenüber ihm. Davon wird im Alten Testament oft genug berichtet. Ein Beispiel dafür ist, als Mose das Volk Israel aus Ägypten herausführt. Obwohl Gott Israel ja befreit hat, baut sich das Volk ein goldenes Kalb zum Anbeten, sobald Mose nicht mehr bei ihm ist. Absurderweise geschieht dies, als Mose von Gott die Gebote für das Volk Israel empfängt, die so beginnen: „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (2. Mose 20,2–3)Aber wie ist das mit dem heutigen Bibeltext? Habe ich den eigentlich wirklich verstanden? Oder will Gott mich mehr wissen lassen, außer dass Israel ihm gegenüber untreu gewesen ist? Grundsätzlich geht es erst einmal darum, dass der Prophet Hosea eine Zeichenhandlung erlebt. Gott gibt ihm den Auftrag, eine Prostituierte zu heiraten, nämlich Gomer. Zwar ist Gomer eine wunderschöne Frau, die Hosea sich vielleicht auch von tiefstem Herzen gewünscht hat. Aber natürlich ist diese Ehe damals ein echter Gesellschaftsskandal. Seinen künftigen Kindern muss er obendrein z. B. noch die Namen „Nicht mein Volk“ und „Kein Erbarmen“ geben. Trotzdem befolgt Hosea Gottes Anweisung.Gomer aber bleibt nicht bei Hosea, obwohl Hosea Gomer liebt. Sie wird Hosea für einen anderen Mann und wegen Geld verlassen. Was für ein Schmerz, den Hosea an dieser Stelle erfährt! Hosea erlebt genauso einen Schmerz, wie Gott ihn mit seinem Volk erlebt, das ihm gegenüber abtrünnig ist.Der Schmerz der Zurückweisung – menschlich und göttlichViele von uns kennen einen ähnlichen Schmerz. Wie oft ist es so, dass ich von meinen Kindern oder mir nahestehenden Menschen wirklich enttäuscht werde. Die Kinder haben eine völlig andere Vorstellung vom Leben als die Eltern. Als Eltern geben wir den Kindern Rat zum Leben. Gleiches gilt auch für Freunde oder Verwandte bzw. mir nahestehende Menschen. Schließlich meine ich es ja gut mit ihnen. Und ich möchte sie vor schlimmen Unannehmlichkeiten bewahren. Doch die Kinder oder Freunde bzw. Verwandten hören nicht auf mich und gehen ihren eigenen Weg. Umso schlimmer, wenn der Weg sich als Irrweg herausstellt und eventuell negative Konsequenzen nach

11 min
Jun 10, 2026
Ein Wort von Gott

Der Bibeltext Hosea 1,1-9 – ausgelegt von Edgar Schwarz. Gottes Wort durch den Propheten HoseaAls ich mir den Text aus dem Propheten Hosea ansah, war ich zunächst erschrocken. Dankbar war ich, dass mir das Wort des Apostels Paulus einfiel, das er seinem Schüler Timotheus schrieb: „Die ganze Heilige Schrift ist von Gott eingegeben. Sie soll uns unterweisen; sie hilft uns, unsere Schuld einzusehen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen und so zu leben, wie es Gott gefällt." (2. Tim 3,16 HfA) Dieses Wort ermutigte mich, den vorgeschlagenen Text für die Sendung „Bibel heute" nicht wegzulegen, sondern ihn zu betrachten und darüber nachzusinnen. Folgendes fiel mir auf:„Das ist das Wort des Herrn!" So beginnt der Abschnitt. Es ist nicht irgendein Wort. Es ist auch nicht das Wort des Propheten. Es ist das Wort Gottes. Darüber kann ich nur staunen. Nach allem, was anscheinend geschehen ist mit dem Volk Gottes – wir hören hier von einem gespaltenen Land: Juda und Israel – wendet sich Gott diesem Volk erneut zu. Er spricht mit ihm. Nicht begegnet mir: „Nach allem, was du mir angetan hast, will ich nichts mehr mit dir zu tun haben. Mit dir rede ich nicht mehr." Nein, so ist Gott, dem ich glaube, nicht. Welch ein Glück.Der Auftrag Hoseas und die Ehe als ZeichenNun zum Reden Gottes. Der Prophet Hosea erhält einen Auftrag, der unmöglich erscheint. Er soll eine Frau heiraten, die eine Prostituierte ist. Warum tut Gott Hosea so etwas an? Wir finden die Antwort, wenn wir auf den Bibeltext weiter hören: „Mein Volk ist wie eine Hure. Es ist mir untreu und läuft fremden Göttern nach." Der Prophet Hosea soll die Rolle des betrogenen Ehemannes einnehmen. Kann er so die Gefühle Gottes, der von seinem Volk betrogen wird, besser verstehen? Und dann wieder etwas zum Staunen. Der Prophet verweigert den Auftrag nicht. Er handelt danach.An meinen Start in die Ehe muss ich denken. Erst mit 34 Jahren habe ich geheiratet. Von Familienangehörigen und Freunden wurden mir immer wieder Frauen vorgeschlagen bis hin zu dem Vorschlag, doch ehelos zu bleiben. Heute, nach knapp 45 Jahren Ehe, kann ich sagen: „Wie gut, dass ich nicht auf diese Vorschläge gehört habe." – Von Hosea wird berichtet: Er hat diese stadtbekannte Frau geheiratet. Er handelte nicht nach menschlichen Ratschlägen. Gott selbst hat geredet und ihn beauftragt. Auch heute noch spricht Gott, durch sein Wort, durch Empfindungen in unserem Herzen und manchmal auch durch Menschen, denen ich vertrauen kann. Daraus ergibt sich diese Frage, die ich Ihnen und mir stellen will: „Wie kann ich in meinem Leben Gottes Reden wahrnehmen, das mich zu Veränderung und Erneuerung einlädt?"Die Namen der Kinder als Botschaft des GerichtsDann darf Hosea Vater werden. Ein Sohn wird ihm geboren. Gott bleibt am Ball. Er bestimmt den Namen, den der Prophet seinem Sohn geben soll: Jesreel. Jesreel bedeutet „Gott wird zerstreuen". Dieser Name, Jesreel,

11 min
Jun 9, 2026
Zu guter Letzt

Der Bibeltext Hebräer 13,15-25 – ausgelegt von Volker Stücklen. Hintergrund und Entstehung des HebräerbriefsWir waren gerade Hörerinnen und Hörer oder Mitleser des Hebräerbriefs, der seit Anfang Mai in dieser Sendung „Bibel heute" in 13 Kapiteln in Tagesabschnitten besprochen wurde. Heute geht es um den Schlussteil des Briefes mit dem Kapitel 13. Erinnern Sie sich noch an den Anlass und die Herkunft des Briefes?Er wurde vermutlich in den Jahren 70–80 n. Chr. geschrieben. Der Autor ist unbekannt, er war ein Vertreter der 2. frühchristlichen Generation, wahrscheinlich ein Lehrer. Genaueres wissen wir nicht. Der damalige Kirchenvater Origenes meinte: „Wer den Brief geschrieben hat, die Wahrheit weiß Gott allein."Die Adressaten des gesamten Hebräerbriefs sind wohl die „Hebräer" in Italien, die frühchristlichen Gemeinden dort.Wir Christen heute im Jahr 2026 können so in der Nachfolge der Urchristenheit auch Adressaten und Empfänger des Hebräerbriefs sein. Jetzt in der Sprache und Übersetzung ins Heute. Der Brief ist also auch an uns gerichtet.Parallelen zwischen damals und heuteWas ist seine Botschaft für heute? Ich entdecke einige Parallelen zwischen der jungen Christenheit 70–80 Jahre nach Jesu Geburt zu heute, knapp 2000 Jahre später:Da wird von Ermüdungserscheinungen berichtet, damals wie heute. Von der bewussten Abkehr der empfangenen Gnade Gottes.Das gesellschaftliche Umfeld damals und auch heute ist abweisend gegenüber der Botschaft Gottes und Jesu. Es gab und gibt Zweifel an der Gültigkeit der Verheißungen Gottes. Die Menschen damals und auch viele Mitmenschen erlebe ich „glaubensmüde". Vielleicht sind wir heute „schwerhörig" für alles, was christliche Botschaft ist? Es gibt heute so viel Wichtigeres im Netz, online und in Social Media. Der Zulauf auch der jungen Generation ist fast zusammengebrochen.Passt dieser Brief mit seiner Botschaft noch in unseren Alltag?Damals wie heute wurden die Gottesdienste seltener besucht. Die, die noch dabei geblieben sind, erlebe ich eher als verunsichert, man spricht von „erschlafften Händen" und „wankenden Knien". Trotzdem funktionieren noch viele Ortsgemeinden, sie leben Begegnung, soziales Miteinander von jung bis älter, meist nur älter. Festtage wie Weihnachten und Gemeindefeste, Konfirmation und Taufe werden noch gefeiert, Gott sei Dank. Aber was fehlt, was ist verloren gegangen in den Gemeinden damals und heute bei uns?Der Hebräerbrief wird als „Mahnrede" bezeichnet. Aber „Mahnen" lassen sich die meisten nicht gern, das fühlt sich unangenehm an.Der Kern der Botschaft: Ein neuer Weg GottesSchauen Sie mit mir auf den Kern der Botschaft unseres heutigen Schlussteils des Briefes.Dort heißt es: Lasst euch nicht verunsichern.Es geht um das Wesentliche der Gottesbotschaft: Auf dem Hintergrund und den Erfahrungen des jüdischen Volkes, beschrieben und dokumentiert im Alten Testament:</p

13 min
Jun 8, 2026
Gestern, heute – ewig

Der Bibeltext Hebräer 13,7-14 – ausgelegt von Michael Jahn. Glaubensvorbilder, die mich geprägt habenMeine Mutter ist die Erste. Die Erste, die meine Lehrerin im Glauben an Gott ist. Nicht wie später meine geschätzte Deutschlehrerin in der Schule, sondern, zuerst und zuletzt eine Lehrerin, die nicht viele Worte braucht. Sie lehrt mich Glauben, durch ihr an Gott hingegebenes Leben. Für mich ist sie das erste Vorbild im Glauben, wie es der Hebräerbrief hier meint.Später ist es unser Jungscharleiter, der begeistert von Jesus erzählt und mir konsequente Nachfolge Jesu vorlebt. Seine ergreifenden Geschichten und Beispiele faszinieren mich. Als Jugendwart – und später dann als Evangelist, wird er vielen ein Wegweiser und Glaubensvater – bis zum letzten Atemzug. Dazu kommt später unser Landesjugendwart, der auf seine Weise junge Christen prägt. Sie gehören für mich zu denjenigen, von denen unser Bibelabschnitt heute spricht. Zu den „Lehrern, die mir das Wort Gottes gesagt haben"!Für Dietrich Heise, meinem ersten Jungscharlehrer, gilt zudem, was unser Bibeltext weiter anmahnt: Ihr Ende schaut an – und ihrem Glauben folgt nach. Zu seiner Beerdigung sind viele von denen gekommen, die er in seiner unnachahmlichen Weise geprägt hat. Die Frau des Landesjugendwartes hat folgend ein Buch über ihn geschrieben: „Gottes Dietrich öffnet Türen".Die Freie Evangelische Schule in Görlitz wird auch nach ihm benannt: „Dietrich-Heise-Schule Görlitz".Dankbarkeit für Menschen auf dem GlaubenswegWenn ich heute auf meine vergangenen Lebensjahrzehnte zurückschaue, staune ich, wie viele „Lehrer" es gibt, die meinen Glauben geprägt haben. Wie sie ihren Glauben praktisch lebten, wie sie beteten und sangen, wie sie erzählten und predigten, wie sie zuhören konnten und seelsorgerliche Ratschläge gaben. Darum lese ich auch gern Biografien von Glaubensvorbildern. Nicht nur beeindruckend – auch wegweisend ist für mich die Geschichte von Paul Freed, dem Gründer von Trans World Radio, dem internationalen Partner des ERF, auch von Sabine Ball, die „Mutter Theresa von Dresden" genannt wird, und von Heinz-Horst Deichmann, dem Schuhfabrikanten.… Wer fällt Ihnen ein? Welche Kindergottesdienst-Mitarbeiter, welche Diakone und Pastoren sind Wegweiser und Helfer auf Ihrem Glaubensweg? Solche Erinnerungen lösen bestimmt Dankbarkeit bei Ihnen aus.Vielleicht schreiben Sie denen, die noch erreichbar sind, eine Karte – oder eine E-Mail. Sagen ihnen damit, wie gut es ist, dass sich ihre Lebenswege gekreuzt haben – wie bedeutsam sie als Leiter und Diener Gottes für ihren Glauben sind.Und, dass sie ihnen so Grundlagen mitgegeben haben, die sie hoffentlich vor Irrwegen schützen. Denn so lesen wir hier, dass sich manche Gläubige durch fremde Lehren verunsichern lassen.Jesus Christus – gestern, heute und in EwigkeitIhnen und uns wird gesagt: Es bleibt bei dem einen Grund, bei dem einen HERRN: Jesus Christus. Und das

8 min
Jun 7, 2026
Ein Feuerwerk an Verhaltensweisen

Der Bibeltext Hebräer 13,1-6 – ausgelegt von Annette Strunk. Verhaltensregeln – Anlass und HintergrundTut dies, denkt daran, macht das nicht … mich triggern diese Verse ein wenig! Ich fühle mich an meine Kindheit erinnert, als Belehrungen an der Tagesordnung waren. Ich werde widerständig. Schließlich weiß ich doch selbst, wie ich leben will – und was sich gehört, oder!?Ich frage mich: Was veranlasst den Verfasser dieser Verse, solch ein Feuerwerk an Verhaltensregeln loszuschicken und wie ein Oberlehrer zu wirken? Ob da wohl etwas gehörig schief lief in der Gemeinde, die hier ermahnt wird? Der Schreiber hält es anscheinend für nötig, die angeschriebenen Christen wieder auf den rechten Weg zu bringen. Was haben sie falsch gemacht? Woran müssen sie erinnert werden?Die fünf Säulen des christlichen Lebens5 Säulen des christlichen Lebens werden in den Versen 1–5 angesprochen: die geschwisterliche Liebe, die Gastfreundschaft, das Mitgefühl, die Beziehungspflege und der Umgang mit Geld.Wer diese Werte kennt und lebt, hat ein gutes Gerüst für seinen Alltag als Christ. Sie sind eine Hilfe für ein gutes Leben. Umgekehrt: Wer sie nicht beachtet, missachtet so die Gebote Gottes. Die wurden uns ja nicht gegeben, um uns zu gängeln, sondern damit unser menschliches Miteinander auf dieser Erde gelingt.Es macht also Sinn, wenn Christen sich immer wieder untereinander an Gottes Gebote erinnern, so wie es der Schreiber des Hebräerbriefes hier tut.Sicher waren die Reaktionen damals unterschiedlich. Aber viele werden ins Nachdenken gekommen sein und sich und das Treiben in ihren Gemeinden vielleicht überprüft haben. Jesus hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass seine Freunde an ihrem Verhalten in der Welt erkannt werden. Wenn Christen keine Liebe untereinander haben, wenn sie Fremde nicht aufnehmen als Gäste, wenn ihnen die Gefangenen und Missbrauchten egal sind, wenn sie achtlos mit ihren Partnern umgehen und raffgierig handeln, wie sollen Nichtchristen dann einen liebenden, sorgenden Gott kennenlernen? Sie hätten keine Vorbilder.Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wir sollten uns und unser Verhalten also infrage stellen lassen:Wie ist der Umgangston in der Gemeinde? Sind wir wertschätzend und freundlich, auch wenn jemand anstrengend ist oder anderer Meinung? Welche Atmosphäre verbreiten wir? Fühlt man sich bei uns wohl?Nehmen wir die Mühen der Gastfreundschaft auf uns, auch wenn Gäste unvorhergesehen vor der Tür stehen? Haben wir den Mut, mit den Migranten und Flüchtlingen zu teilen ohne Ansehen der Person?Setzen wir uns für Gerechtigkeit ein? Erheben wir die Stimme für Verfolgte und Missbrauchte? Schauen wir hin, wenn Menschen in unserer Umgebung leiden?Was investieren wir in unsere Partnerschaften? Machen wir uns die Mühe, an unseren Ehen zu arbeiten und dem anderen treu zu bleiben?Wie gehen wir mit unserem Hab und Gut um? Ersetzt das Haben das

10 min
Jun 6, 2026
Ein Umbruch wird zum Aufbruch

Der Bibeltext Psalm 76 – ausgelegt von Wolfgang Weidinger. Gott als Schutz und Stärke in Zeiten des UmbruchsDer Psalm 76 ist ein Dank und Lobpreis für den Gott Israels. Entstanden vermutlich nach einer Rettung vor den Assyrern. Davon geht jedenfalls ein Teil der Ausleger aus. Gott steht den Menschen, die ihm vertrauen, immer zur Seite, egal wann und wo auch immer. Er ist immer für seine Leute erreichbar, auch heute, für glaubende Menschen. Rund um die Uhr – sieben Tage die Woche. Es ist auch ein Mutmachpsalm. Gerade in Zeiten wie diesen, wo wir uns wieder einmal in einem Umbruch befinden. In Zeiten der Unruhe und des Unfriedens. Gott steht seinen Leuten zur Seite, er kämpft für sie. So wie auch in diesem Psalm.Umbrüche und Unfrieden gab es leider schon immer. Doch nach jedem Umbruch gab es auch wieder einen Aufbruch – einen Neuanfang. So wie damals, als die Assyrer Israel praktisch den Krieg erklärten. Wie war das damals, wie kam es dazu?Die Assyrer – Eine Weltmacht als Bedrohung IsraelsIm 8. Jahrhundert v. Chr. stieg das Neuassyrische Reich zur Großmacht auf und beherrschte teilweise auch Babylonien und Ägypten. Die Assyrer wollten unter allen Umständen die Vorherrschaft über Nordmesopotamien und Nordsyrien. Viele Bibelwissenschaftler bringen Psalm 76 mit der Belagerung durch den assyrischen König Sanherib in Verbindung. Nachzulesen im 2. Buch der Könige in den Kapiteln 18 und 19.Wer waren die Assyrer?Sie waren eine Großmacht im Vorderen Orient. Die Hauptstädte waren u. a. Ninive und Assur. Auch militärisch waren sie hoch entwickelt, mit den besten und modernsten Waffen aus Eisen und mit Belagerungsmaschinen ausgerüstet. Sie waren brutal, grausam und vor allem dafür gefürchtet, dass sie ganze Völker deportierten. Also ein Gegner, dem man besser ausweicht. Israel war dieser Großmacht absolut unterlegen. Wer sich gegen sie auflehnte, wurde niedergemetzelt.Assyrien war damals so etwas wie der Riese Goliath in XXL – eine militärische Supermacht, brutal, grausam, gefürchtet. Scheinbar unaufhaltsam. Das Südreich Juda unter König Hiskia war im Vergleich dazu klein, politisch schwach, menschlich ohne Chance. Und genau da hinein passt dieses geistliche Muster:Der assyrische König Sanherib hatte schon viele Städte erobert. Seine Truppen standen vor Jerusalem. Seine Boten verspotteten Gott, verhöhnten den Glauben Israels. Menschlich gesehen war klar: Diese Stadt hat keine Chance. König Hiskia reagiert nicht mit Gegenwehr, sondern mit Gebet. Er breitet den Drohbrief vor Gott aus. Und Gott greift ein: Psalm 76,2–3Warum griffen die Assyrer Israel an?Es ging um Macht und Unterwerfung. Assyrien wollte ein gigantisches Imperium – eine damalige Weltmacht erschaffen. Eine Weltmacht mit Satellitenstaaten und Tributzahlungen. Israel lag strategisch wichtig zwischen Mesopotamien und Ägypten. Ein konkreter Anlass war, dass sich Hiskia in Juda vo

8 min
Jun 5, 2026
Die tägliche Nahrung

Der Bibeltext Hebräer 12,25-29 – ausgelegt von Jens Scholz. Tägliche Nahrung für den GeistSo wie wir jeden Tag essen und trinken müssen, um uns zu erhalten, braucht auch unser Geist täglich Nahrung, wenn er zielgerichtet weiterleben will. Der Verfasser dieses Textes erinnert seine Glaubensgeschwister daran, indem er ermahnt und auf vergangene, ernste Geschehnisse hinweist. Menschen sind leider vergesslich und leicht vom Weg abzubringen. Wir neigen oft dazu, vom gesteckten Ziel abzuirren. Durch das tägliche Auseinandersetzen mit den heiligen Schriften haben wir aber eine gute Chance, unser Ziel dennoch zu erreichen. Gut, wenn man da einen Helfer hat, der einen ermahnt und nicht müde wird, auf das Wesentliche hinzuweisen.Achten auch wir darauf, dass wir den nicht abweisen, der vom Himmel her redet. Also, mit anderen Worten: bleiben wir dran!Die angekündigte Erschütterung aller DingeDer Schreiber des Hebräerbriefes erinnert die Adressaten, so auch uns, die wir heute darin lesen können, an die Zukunft. So lesen wir schon beim Propheten Haggai im zweiten Kapitel, dass Gott, der Allmächtige, noch einmal Himmel und Erde, Land und Meer erschüttern wird.Was wir bei Erdbeben beobachten können, ist, dass nach starken Erschütterungen alles Lose und leicht Erbaute zusammenfällt und zerstört wird. Lediglich die aufwändig und gewissenhaft errichteten Gebäude bleiben stehen und halten stand. So wird es wohl auch am Ende der uns vertrauten Welt sein, wenn Gott alles erschüttern wird.Niemand weiß wann, niemand kann sich das Ausmaß vorstellen, mit welcher Wucht dieses furchtbare Ereignis vor sich gehen wird. Jedoch wird es wohl in einer Dimension stattfinden, wie wir das noch niemals erlebt haben. Bei Haggai heißt es, dass die Nationen erzittern werden.Auf Fels gebaut – Vertrauen in JesusIch denke, dass wir keine Angst zu haben brauchen – egal was kommt. Die Liebe und das Vertrauen in Jesus wird auch uns dieses große, angekündigte Ereignis unbeschadet überstehen lassen, aber die Bedingung, bei Jesus und seinen Worten zu bleiben, ist dazu notwendig.Ich erinnere an die Worte Jesu, wenn er am Ende der Bergpredigt spricht: „Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war groß."Für das Materielle sowie für das Geistliche gilt gleichermaßen: das Wahre, Echte, Gute, Saubere, Klare, Lichte bleibt bestehen – alles andere ist zum Verfall bestimmt. Die große Erschütterung, von der hier die Rede ist, wird nicht nur alles Falsche und Unechte ze

10 min
Jun 4, 2026
Vom Erschrecken zur Einladung – von der Angst zur Freude

Der Bibeltext Hebräer 12,18-24 – ausgelegt von Rolf Röhm. Kindheitserinnerungen und ein beängstigender Gottesbegriff„Gott sieht alles" – diesen Satz hörten Kinder meiner Generation immer wieder, und dieser Satz hat auch über viele Jahre meine Kindheit und Teile meiner Jugendzeit geprägt.„Gott sieht alles" – dieser Satz war von meiner Mutter vermutlich gar nicht als Drohung gemeint, und doch war es für mich als kleiner Junge ein eher beängstigender Satz. Vor allem wenn ich nachts im Bett lag, der Tag vor meinen Augen vorbeizog, ich mich an all die Dinge erinnerte, die sich am Tage ereignet haben. Da sah ich mich mit den Erdbeeren, die nicht aus unserem Garten waren. Ich hörte mich Worte sagen, die andere verletzten.„Gott sieht alles" – und wenn er alles sieht und weiß, dann habe ich neben einem schlechten Gewissen auch noch einen zornigen Gott, der mit mir nicht zufrieden sein kann und mich für alles bestraft. Wenn in den nachfolgenden Tagen etwas schlecht lief oder schief ging, dachte ich, jetzt ereilt mich Gottes Strafe.Dieses von Angst erfüllte Denken vom strafenden Gott begegnet mir auch in unseren Tagen immer wieder, wenn ich mit Menschen ins Gespräch über Gott und die Welt komme.Der heilige Gott am Berg Sinai und die Kluft zum MenschenVon Angst und Schrecken ergriffen – erlebten einst auch die Israeliten am Berg Sinai diesen Gott. Nach dem Auszug aus Ägypten war das eine erste Station, wo sie eine Pause einlegen konnten. Ja, dieser Gott hatte sie aus der ägyptischen Sklaverei in die Freiheit geführt. Dieser Gott hatte mit mächtigen Taten den Pharao in die Schranken gewiesen. Er hatte ihnen in aussichtsloser Lage geholfen, als hinter ihnen die Streitmacht der Ägypter und vor ihnen das Wasser des Roten Meeres war. Sie erfuhren, dass Gott auch Macht über die Naturgewalten hat.Jetzt hat sie dieser Gott an den Berg Sinai geführt. Doch dieser Halt war nicht geprägt vom leichten und unbeschwerten Leben in der Freiheit. Ganz im Gegenteil: Hier erlebten sie ihren Gott auf ganz andere Weise. Unser Bibeltext greift diese Begegnung aus dem 2. Buch Mose, ab Kapitel 19, auf. Und der Schreiber des Hebräerbriefs nutzt diese Begegnung und vergleicht hier den Berg Sinai mit dem Berg Zion. Dabei benennt er die Punkte, worin sich das Neue Testament vom Alten unterscheidet.So war am Berg Sinai diese Gottesbegegnung für die Israeliten mit Angst und Schrecken, mit Feuer und Donner verbunden. Einer lauten Stimme Gottes mit klaren und eindeutigen Worten. Niemand durfte sich dem Berg und damit diesem heiligen und erhabenen Gott nahen. Kein Mensch durfte den Berg berühren, ohne Gefahr zu laufen zu sterben. Selbst Mose, der Mann Gottes, bekennt: „Ich bin erschrocken – und zittere." Diese Zeilen machen deutlich, wie groß die Kluft zwischen dem heiligen Gott und dem sündigen Menschen ist. Zwar erlebte ich es als Junge nicht so dramatisch, aber doch war mein Leben eher von Angst vor diesem Gott,

9 min
Jun 3, 2026
Gottes Geschenke achten

Der Bibeltext Hebräer 12,12-17 – ausgelegt von Damaris Hecker. Bitterkeit und ihre WurzelnKennen Sie Bitterkeit? Wie würden Sie diesen Zustand beschreiben? Das fällt schwer. Es fühlt sich an wie ein Knäuel verschiedener Stränge in der Gedanken- und Gefühlswelt, die kaum zu entwirren sind. Das sind Gefühle von Ohnmacht, Schmerz, Enttäuschung und Frustration.Die bittere Wurzel ist ein Sinnbild aus dem Land- und Gartenbau. Fachkräfte kennen das Unkraut-Problem: Die Wurzel einer Pflanze kann größere Ausmaße haben als ihr sichtbares Erscheinungsbild. Wachstum steht hier für einen Prozess, der schleichend abläuft und sich unserer Wahrnehmung entzieht. Relativ kurzfristig entsteht großer Schaden. Wurzeln von Unkraut können in einer Kultur den benachbarten Pflanzen sämtliche Nährstoffe entziehen. Damit wird einer gesunden Gruppe von Pflanzen die Lebensgrundlage genommen. Ein ähnliches Phänomen gibt es im innerseelischen Bereich. Der Schreiber des Briefes an die Hebräer mahnt zur Aufmerksamkeit. Da kann in der Gemeinschaft etwas aufwachsen und Raum gewinnen, was viele Gläubige schädigt und unrein macht. Ein Dilemma. Dagegen steht das Stichwort Gnade. Gnade ist die einfache, aber umfassende Lösung für ein komplexes Problem.Gnade – angenommen oder versäumtIch zitiere Paulus: „Sie sind allzumal Sünder und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Jesus Christus geschehen ist."Gnade jedoch kann versäumt werden. Ein Beispiel aus der Geschichte Israels veranschaulicht das Risiko: Esau verkauft für eine einzige Mahlzeit sein Erstgeburtsrecht. Während der Epoche der Urväter ist das Gnadenangebot Gottes ein Bundesschluss mit Abraham. Der Segen Gottes wird jeweils vom Vater an den Erstgeborenen weitervererbt. Esau als der Älteste hat dieses Erstgeburtsrecht. Esau will jedoch sein Hungergefühl für einen kurzen Moment befriedigen und tauscht sein Erstgeburtsrecht gegen eine Linsensuppe. Der augenblickliche Glücksmoment ist ihm mehr wert als der nachhaltige Segen Gottes. Später bereut er das und kann es nicht mehr rückgängig machen. Er verschleudert sein Erbe auf naive Weise. Damit zeigt er Verachtung für das Gnadenangebot Gottes. Deshalb wird er hier als Gottloser bezeichnet. Die Empfänger des Briefes sind gewarnt: Versäumnisse haben Konsequenzen.Der Schöpfer gewährt seinen Geschöpfen Gnade. Gnade kann nur angenommen, aber nicht verdient werden.Dietrich Bonhoeffer spricht von billiger und teurer Gnade in diesem Zusammenhang.Das Gnadenmittel ist ein sehr teures: das vergossene Blut bei der Kreuzigung kostet Jesus das Leben. Jesus ist das Sühneopfer für die Sünden der Menschheit. Jesus bezahlt einen hohen Preis für die Erlösung von dem Bösen. Jesus als Priester und MittlerJesus erfüllt alle Sühnerituale des Judentums zur Reinigung und Heiligung und löst sie als vergangenen Weg ab. Seit Jesus sind Opferrituale nicht mehr zeitgemäß

11 min
Jun 2, 2026
„Darum auch wir …“

Der Bibeltext Hebräer 12,1-11 – ausgelegt von Jens Kreisel. „Darum auch wir" – Mut zum Durchhalten„Darum auch wir" – so beginnt der eben gehörte Text. Im Hebräerbrief finde ich dieses Wörtchen „darum" häufiger im Zusammenhang mit ermutigenden Worten, z. B.: Darum werft euer Vertrauen nicht weg! (Hebräer 10,35) Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie! (Hebräer 12,12)Das vorherige Kapitel endete mit den Worten (V.39–40): Diese alle … sollten nicht ohne uns vollendet werden. Und heute die Fortsetzung: „Darum auch wir" …Doch können und wollen Sie sich mit den dort genannten Vorbildern des Glaubens auf eine Stufe stellen? Es werden ja auch zweifelhafte Leute aufgezählt, wie der Lügner Jakob, der Totschläger Mose, die Prostituierte Rahab, der Ehebrecher David. Wollen Sie dort überhaupt dazugehören?Sie alle hatten keine weiße Weste. Aber trotz ihres Versagens haben die Genannten dennoch Gott vertraut. Sie wurden zurechtgebracht. Gottes Geschichte kam mit ihnen ans Ziel, allein durch den Glauben.Die Empfänger des Hebräerbriefes konnten sich mit den Worten aus Vers 37 identifizieren: sie alle haben Mangel, Bedrängnis, Misshandlung erduldet. Für sie gehörte Verfolgung um ihres Glaubens willen zum Alltag. Einige hatten sogar ihr Hab und Gut verloren. (10,34) Doch noch ist ihnen der Märtyrertod erspart geblieben: In Vers 4 heißt es: Bisher habt ihr in dem Kampf gegen die Sünde, ‚den wir alle zu führen haben und' in dem auch ihr steht, noch nicht das Leben lassen müssen. [NeÜ]Erschöpfung und die Einladung JesuDennoch sind die Christen müde und mutlos geworden. Der ständige Druck von außen hat ihre Kräfte aufgezehrt. Sie fragen sich: Warum hilft uns Gott nicht aus dieser Situation heraus? Warum erspart er uns das alles hier nicht? Wann hört das auf?Christen sind nicht immun gegen geistliche Schlaffheit, gegen Mutlosigkeit oder Resignation. Auch sie kommen an ihre Grenzen, sind erschöpft, mit ihren Kräften am Ende. Sie brauchen immer neu die Einladung von Jesus: Kommt zu mir! Alle, die ihr am Ende seid, abgearbeitet und mutlos: Ich will euch Erholung und neue Kraft schenken. (Matthäus 11,28) [DB]Darum auch wir. Beim Thema Ermutigung können wir andocken. Möglicherweise kennen Sie solche Fragen auch: Warum tue ich mir das an? Hat das überhaupt noch Sinn? Wie lange soll das so weitergehen?Was uns müde und mutlos macht, das sind häufig nicht zu viel Arbeit oder zu wenig Schlaf. Eher rauben vergebliche Bemühungen und Frustrationen, Reibungsverluste oder Enttäuschungen unsere Kräfte. Unser Bibeltext heute richtet sich gerade an müde Menschen, mutlose Herzen, verzagte Gemüter, hoffnungslose Gehirne.Das Bild des Wettkampfs: Laufen mit Blick auf JesusUnser Abschnitt möchte Mut machen. Auswege aufzeigen aus der negativen Gedankenspirale. Gegen Selbstmitleid helfen. Dazu versetzt uns der Text gedanklich in ein volles Sportstadion. Die Menge der Zuschauer

9 min
Jun 1, 2026
Belastbarer Glaube

Der Bibeltext Hebräer 11,32-40 – ausgelegt von Jan-Peter Graap. Die machtvolle Seite des Glaubens„Und was soll ich noch mehr sagen?" – mit dieser fast atemlosen Frage zieht der Verfasser des Hebräerbriefes das Tempo an. Bis hierhin hat er einzelne Glaubensgeschichten sorgfältig entfaltet: Abel, Henoch, Noah, Abraham, Mose. Nun aber reiht er Namen aneinander wie Schlaglichter einer ganzen Epoche: Gideon, Barak, Simson, Jeftah, David, Samuel und die Propheten. Mit wenigen Strichen durchmisst er die Geschichte Israels von der Richterzeit bis in die Königs- und Prophetenzeit. Es ist, als würde er sagen: Die Zeit reicht nicht aus, um alles zu erzählen – aber eines sollt ihr sehen: Durch all diese Zeiten hindurch trägt derselbe Glaube.Dieser Abschnitt, Hebräer 11,32–40, bildet den Höhepunkt des Kapitels. Er bündelt noch einmal, was Glaube bewirkt – und was er aushält. Denn der Hebräerbrief ist nicht für Menschen in ruhigen Zeiten gedacht. Sondern für Christen, die unter Druck geraten sind, die Anfechtung erleben, die müde werden. Ihnen ruft der Verfasser zu: Schaut zurück. Lernt sehen. Ordnet eure Lage in Gottes große Geschichte ein.Zunächst beschreibt er die machtvolle Seite des Glaubens. „Diese haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt." Man denke an David, der politische Macht nicht als Selbstzweck verstand, sondern als Auftrag unter Gottes Herrschaft. Man denke an Richter, die Recht wiederherstellten, an Propheten, die Gottes Zusagen empfingen und weitergaben. Glaube ist hier kein innerliches Gefühl, sondern eine Kraft, die Geschichte bewegt.Dann werden die Bilder noch dichter: „Sie haben Löwen den Rachen gestopft, des Feuers Kraft gelöscht, sind der Schärfe des Schwerts entronnen." Unüberhörbar klingen hier die Erzählungen aus dem Alten Testament an – Daniel in der Löwengrube, die Freunde im Feuerofen, Elia und Elisa in Zeiten politischer Verfolgung. Der Glaube vertraut einem Gott, der eingreifen kann, der Naturgewalten begrenzt, der Machtverhältnisse verschiebt.Und weiter heißt es: „Aus der Schwachheit sind sie zu Kräften gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben fremde Heere in die Flucht geschlagen." Das Entscheidende liegt im ersten Halbsatz: aus der Schwachheit. Der Hebräerbrief romantisiert keine Helden. Er beschreibt Menschen, die gerade in ihrer Begrenztheit Gottes Kraft erfahren. Der Glaube macht nicht unangreifbar, aber er verbindet mit dem, der stärker ist.Sogar Auferweckungserfahrungen werden genannt: „Frauen haben ihre Toten durch Auferstehung wiederbekommen." Hier leuchtet die Hoffnung auf, dass Gott Leben zurückgeben kann, wo alles verloren scheint. Glaube rechnet mit Gottes Macht über den Tod.Wunder und Martyrium – zwei Seiten desselben GlaubensDoch genau an diesem Punkt sitzt ein scharfer Schnitt. „Andere aber sind gemartert worden und haben die Freilassung nicht angenommen, damit sie eine bessere Aufe

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May 31, 2026
Glaube lohnt sich – versprochen

Der Bibeltext Hebräer 11,23-31 – ausgelegt von Johanna Kunz. Werbung, Zweifel und der Glaube an Gott„Nee, ich glaube nicht, dass das funktioniert. Das klingt zu gut, um wahr zu sein!“ „Doch, doch. Du kannst mir glauben! Ich habe es selbst ausprobiert und meine Freundin auch. Das stimmt echt.“ „Bist du wirklich sicher?“ „Ja, wirklich. 100%. Meine Freundin hat mir zuerst auch nicht geglaubt, aber dann hat sie es ausprobiert und war begeistert!“Bei manchen Werbeversprechen muss ich zweimal nachfragen, denn ich bin skeptisch geworden. Wie oft habe ich schon Werbeversprechen geglaubt nur, um dann enttäuscht zu werden. Wenn mir jetzt etwas angeboten wird, das zu gut klingt, um wahr zu sein, traue ich dem nicht recht. Außer wenn meine Schwester mir davon erzählt. Ich kenne sie und weiß, dass ich ihrem Urteil trauen kann. Besonders, wenn ich etwas Neues wagen möchte.Das größte Wagnis meines Lebens ist der Glaube an Gott. Dort setze ich nicht nur ein paar Euro aufs Spiel, sondern mein Leben. Kein Wunder also, dass sich im Leben mit Gott immer wieder Zweifel einschleichen. Fragen. Ist das der richtige Weg? Kann ich Gott vertrauen? Kann ich Gott das glauben?Diesen Fragen begegnet der Schreiber des Hebräerbriefs im elften Kapitel, aus dem der heutige Text stammt. Er macht Werbung für den Glauben, indem er mir von Menschen erzählt, die bereits geglaubt haben. Und er erzählt, was Gott getan hat. Die Werbung im Hebräerbrief kommt ohne Leuchtreklame und Sonderangebote aus. Im Gegenteil. Glaube fordert von mir alles. Aber der Text zeigt mir kraftvoll und eindrücklich den Charakter Gottes. Es ist, als ob der Schreiber des Hebräerbriefs zu mir als Leserin sagt: „Warte, ich erzähle dir von Mose. Der hat geglaubt. Und schau mal, was dann passiert ist!“Der Glaube von Mose – ein Vorbild für meinen eigenen GlaubenDer Glaube von Mose beginnt schon, als er ein kleines Baby ist. Der Glaube seiner Eltern umgibt ihn. Weil diese Gott glauben, verstecken sie den kleinen Mose, der eigentlich seine Geburt nicht hätte überleben dürfen. Später treibt Mose im Schilfkörbchen auf dem Nil. Die Tochter des Pharaos findet ihn. Das ist kein Zufall, sondern das Handeln Gottes. Die Antwort auf den Glauben der Eltern von Mose. Der Glaube seiner Eltern legt den Grundstein für seinen eigenen Glauben.Der Glaube an Gott muss mein eigener werden, denn Glaube ist etwas zwischen Gott und mir. Das muss ich selbst tun. Aber ich muss es nicht alleine tun. Ich kann mich an den Menschen orientieren, die vor mir geglaubt haben und an denen, die es mit mir tun.Wenn ich anfange an Gott zu glauben, macht er mich zu einem neuen Menschen. Ich gehöre jetzt zu ihm. Zu seinem Volk. Ich jage nicht mehr dem nach, was der Rest der Welt als erstrebenswert ansieht, sondern dem, was Gott für gut hält. Das tut auch Mose. Er verlässt den Palast des Pharaos, seine Götter und seinen Reichtum. Stattdessen will er

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May 30, 2026
Auf Gott vertrauen

Der Bibeltext Psalm 56 – ausgelegt von Hans-Georg Häfele. Davids Not: Bedrängnis von allen Seiten„Du hast meine Seele vom Tod errettet, ja meine Füße vom Sturz, damit ich vor dem Angesicht Gottes im Licht der Lebendigen wandle."Dieser Psalm führt Sie und mich mitten hinein in eine schwierige Lebenssituation Davids. Es ist eine Zeit großer Not. David steht unter Druck, er wird angegriffen, verfolgt und beobachtet. Seine Feinde sind ständig gegen ihn aktiv.Er beschreibt das sehr eindrücklich: „Meine Feinde schnauben den ganzen Tag; viele bekämpfen mich in Hochmut." (Vers 3) David erlebt, dass Menschen sich gegen ihn stellen. Sie greifen ihn an, sie handeln aus Stolz und Überheblichkeit. Noch deutlicher wird es im Vers 7: „Sie rotten sich zusammen, verstecken sich, beobachten meine Schritte und lauern meiner Seele auf." (Vers 7) David fühlt sich regelrecht belagert. Seine Gegner beobachten ihn genau, warten auf einen Fehler und versuchen, ihn zu Fall zu bringen. Sie verdrehen seine Worte und verletzen ihn innerlich. Vielleicht kennen Sie solche Erfahrungen. Vielleicht nicht in dieser dramatischen Form, aber doch so, dass Sie sich angegriffen fühlen. Menschen können verletzen, durch Worte, durch Misstrauen oder durch ungerechtes Verhalten.Der Weg des Glaubens: Angst vor Gott bringenAuch David kennt Angst. Er verschweigt sie nicht. Aber mitten in dieser Situation sagt er einen entscheidenden Satz: „Am Tag der Furcht vertraue ich auf dich." (Vers 4)David sagt nicht: Ich habe keine Angst. Er sagt: Wenn die Angst kommt, dann gehe ich mit dieser Angst zu Gott. Das ist der Weg des Glaubens. Nicht die Angst zu verdrängen, sondern sie vor Gott auszusprechen. Und Gott lässt David nicht allein. Tatsächlich greift Gott ein und rettet ihn vor seinen Gegnern. Deshalb kann David voller Vertrauen sagen: „Dann werden meine Feinde umkehren an dem Tag, da ich rufe. Das weiß ich, dass Gott für mich ist." (Vers 10) Was für eine starke Gewissheit: Gott ist für mich. Diese Wahrheit greift später auch der Apostel Paulus auf, wenn er schreibt: „Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?" (Römer 8,31–32) Wenn Gott auf unserer Seite steht, dann haben die Mächte dieser Welt nicht das letzte Wort.Gottes Wort als Quelle der KraftDarum richtet David seinen Blick auf Gottes Wort: „Ich will rühmen Gottes Wort." (Vers 11)Gottes Wort wird für ihn zur Quelle der Kraft. Es erinnert ihn daran, wer Gott ist und dass Gottes Verheißungen zuverlässig sind. Auch ein anderer Psalm beschreibt diese Erfahrung: „Vor Traurigkeit verfließt in Tränen meine Seele; richte mich auf nach deinem Wort." (Psalm 119,28) Gottes Wort hat die Kraft, eine müde und traurige Seele wieder aufzurichten. Darum kann David schließlich sagen: „Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir Menschen tun?" (Vers 12) Das ist kein leichtfertiger Mut. Es ist ein Vertrauen, das aus der Erfahrung mit Gott gewachsen ist. David wei

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May 29, 2026
Glaube prägt

Der Bibeltext Hebräer 11,8-22 – ausgelegt von Dirk Cehak. Der rote Faden: Der GlaubeManchmal suche ich in Bibeltexten nach einem roten Faden. Ich lese etwas und versuche zu verstehen, was der zentrale Gedanke sein könnte. Oder ich überlege, welche Überschrift dazu passt. Wahrscheinlich ist das als Hauptamtlicher auch eine kleine Berufskrankheit, wer weiß. Vielleicht geht es ihnen aber manchmal auch so wie mir.  Hier aber scheint mir der Fall recht schnell klar zu sein. Der rote Faden scheint sich förmlich aufzudrängen. Es geht um den Glauben. Genauer gesagt um Menschen, die durch den Glauben an Gott geprägt sind und dadurch ganz bestimmte Herausforderungen und Aufgaben im Leben meistern.„Glückwunsch", denke ich mir. Was man alles durch den Glauben bewältigen und aushalten kann, das ist schon stark. Wenn sie mögen, gehen Sie mal mit mir kurz diese Liste durch. Und wer weiß, vielleicht bleiben sie gedanklich an der einen oder anderen Stelle hängen. Weil es Sie anspricht oder trifft.Glaubensbeispiele aus der Bibel: Abraham, Sara und JosefIch starte mit Abraham, der durch den Glauben imstande ist, noch mal umzuziehen, sein Zuhause loszulassen und sich auf etwas Neues einzulassen. Und das trotz seines Alters. Dieser Mann erlebt aber auch, dass er zu einem Fremdkörper in der neuen Umgebung wird. Dieses Fremdheitsgefühl gehört also dazu. Durch den Glauben kann Sara, Abrahams Ehefrau, noch ein Kind bekommen. Und das trotz ihres Alters. Sie kann durch den Glauben, auch wenn sie es selbst anfangs kaum so recht glauben kann, noch Mutter werden. Ihr Sohn ist Isaak, auf dem die Verheißungen Gottes liegen.Durch den Glauben ist Abraham bereit, das größte Opfer zu bringen, das ein Mensch wohl bringen kann. Die als Opferung Isaaks bekannte Geschichte erregt bis heute die Gemüter. Ob Gott das wirklich will, dass ein Vater seinen eigenen Sohn tötet? Soweit kommt es aber nicht. Bei ihm geht es darum, Gott zuzutrauen, aus Toten wieder Lebende zu machen. Jesus Christus lässt grüßen. Durch den Glauben kann ich in der Welt unterwegs sein, so ein anderes Thema dieses Abschnittes. Ich weiß oder ahne es manchmal: Hier gehöre ich nicht hin, ich bin ein Fremdling und ein Gast auf Erden. Aber dieses Gefühl, ein Stück heimatlos zu sein, gehört zum Unterwegssein im Glauben dazu.Wenn ich weiter durch die Liste gehe, entdecke ich, dass ich durch den Glauben den Segen Gottes zusprechen kann. Und zwar auf Vorschuss, auch wenn ich noch nichts sehe. Ich kann also meine Kinder und Enkel segnen und hoffen, dass sich der Segen in Zukunft zeigt. Ob ich den Segen noch persönlich erlebe und sehe, das steht auf einem anderen Blatt. Durch den Glauben kann ich auch meine letzten Dinge regeln. Meine eigene Beerdigung planen und mitbestimmen. Mein letzter Wille ist durch den Glauben von Belang. Dazu ist von Josef hier die Rede, der mit seinem Lebensende vor Augen einen letzten Wunsch äußert, was mit ihm geschehen soll, wenn es so we

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May 28, 2026
Glaube in der Krise: Hoffnung finden

Der Bibeltext Hebräer 11,1-7 – ausgelegt von Karin Weishaupt. Was bedeutet Glaube?Der Glaube spielt in der gesamten Bibel eine zentrale Rolle. Er stellt die Antwort des Menschen auf Gottes Liebe und Gnade dar: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." (Johannes 3, 16) Aber was es bedeutet, an Gott bzw. an Jesus Christus zu glauben, wird in der Regel nicht weiter erläutert.Dagegen widmet sich der Schreiber des Hebräerbriefs dieser Frage sehr ausführlich. Er beginnt mit einer Definition und fügt verschiedene Beispiele aus dem Alten Testament an, beginnend mit der Ur- und Frühgeschichte.Die Definition am Anfang klingt in den verschiedenen Bibelübersetzungen etwas unterschiedlich. Allen gemeinsam ist, dass Glaube etwas mit Hoffnung zu tun hat. Außerdem ist der Gegenstand des Glaubens etwas, was man nicht sieht. In der Tat: Gott lässt sich nicht mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen oder beweisen, trotzdem ist er für Christinnen und Christen Realität.Glaube und SchöpfungZur Schöpfung sagt der Schreiber des Hebräerbriefs, dass die Welt durch Gottes Wort aus dem Nichts heraus geschaffen ist (Vers 3). Gott schafft etwas komplett Neues. Die Erforschung, wie die Welt entstanden ist, überlasse ich getrost den Naturwissenschaften, die heute einen völlig anderen Kenntnisstand haben als die Menschen zurzeit der Entstehung der biblischen Berichte. Entscheidend ist, dass Gott der Schöpfer der Welt ist und sie durch sein bewusstes Handeln entstanden ist. Wie Gott das gemacht hat, ist für meinen Glauben unerheblich.Glaubensbeispiele aus dem Alten TestamentNach diesen allgemeinen Überlegungen wird das Beispiel von Kain und Abel angeführt. Beide Brüder bringen Gott ein Opfer, aber nur das von Abel nimmt Gott an. Darüber wird Kain so zornig, dass er seinen Bruder erschlägt; das ist der erste Mord der Menschheit. Im Bericht im 1. Buch Mose 4 wird nicht der Unterschied zwischen beiden Opfern erklärt, das tut erst der Schreiber des Hebräerbriefs: Beide Brüder bringen ihre Opfer mit einer unterschiedlichen Haltung, nur bei Abel sieht er dahinter wirklichen Glauben. Das ist wichtig für die Übertragung in die Gegenwart: Auch Menschen ohne Glauben können Gutes tun, freundlich und hilfsbereit sein, Bedürftige unterstützen, Geld spenden und so weiter. Am Verhalten lässt sich nicht unbedingt erkennen, ob ein Mensch Christ ist oder nicht. Entscheidend ist nicht die Tat an sich, sondern die dahinter stehende Haltung: Ein Christ tut etwas aus Liebe zu Gott oder zum Nächsten, damit geschieht es aus dem Glauben heraus.Henoch wird im Geschlechtsregister von Adam bis Noah im 1. Buch Mose 5 erwähnt und zeichnet sich durch eine Besonderheit aus: Wie auch der Prophet Elia ist er nicht gestorben, sondern er ist entrückt, also in den Himmel aufgenommen worden. Nun beschäftigt sich das Alte Te

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May 27, 2026
Eine spannende Untersuchung

Der Bibeltext Hebräer 10,32-39 – ausgelegt von Michael Klaus. Einführung: Eine Situationsanalyse des GlaubensEine spannende Untersuchung. Der Schreiber des Hebräerbriefes konfrontiert seine Leser mit einer Situationsanalyse. Es geht nicht um etwas Theoretisches. Es geht vielmehr um den Glauben. Es geht um die gelebte Vertrauensbeziehung zu Jesus Christus.Drei Schritte finden sich in dieser Situationsanalyse. Es wird untersucht: 1.: wie es früher war. 2.: wie die Situation heute ist, und schließlich 3.: wie es in der Zukunft weitergehen kann oder soll. – Schauen Sie mal mit mir hin!  Erster Schritt: Der Glaube in der Vergangenheit – Freude trotz LeidIm ersten Schritt der Analyse geht es um den Glauben, wie er früher bei den Lesern des Hebräerbriefes einmal war. Es wird eine Rückblende gemacht. Davon handeln die Verse 32–34. „Gedenkt aber der früheren Tage“, mit diesen Worten startet die Rückblende. Es wird festgehalten:Als die Menschen zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind, haben sie sofort mitten in einem Kampf gestanden. Als Christen haben sie Verfolgung erlitten, um ihres Glaubens willen. Sie mussten durch Leid hindurch, weil sie sich zu Jesus als ihrem Herrn und Retter bekannt haben. Sie wurden verlacht und verprügelt. Sie sind in Gefängnisse geworfen worden. Häufig hat man ihnen auch ihren Besitz abgenommen.Äußerlich gesehen waren das total harte Zeiten. Aber auf der anderen Seite erfahren wir, dass die Christen diese Not damals „mit Freuden erduldet“ haben. Vers 34: „Denn ihr habt“ - dieses und jenes Schreckliche - „mit Freuden erduldet.“Und dann heißt es weiter: Ihr habt das alles fröhlich ausgehalten, „weil ihr wisst, dass ihr eine bessere und bleibende Habe besitzt.“ Mit diesen Worten wird das Leben eines Christen umschrieben. „Eine bessere und bleibende Habe besitzen“, das meint: Durch den Glauben an Jesus Christus habe ich das wahre Leben – schon jetzt, in dieser Zeit, und dann auch in der Ewigkeit. Das ist die „bessere und bleibende Habe“, die einem Christen durch nichts genommen werden kann.Das ist der erste Schritt in der Situationsanalyse des Hebräerbriefes: Trotz harter Zeiten waren die Christen fröhlich und zuversichtlich. Sie hatten eine lebendige Beziehung zu ihrem Herrn. Sie wussten sich von ihm getragen. Sie vertrauten darauf, dass Jesus ihnen Trost und Hoffnung schenkt. Vergebung, Frieden mit Gott und ewiges Leben.Das war echter Grund zur Freude! Egal, wie schwer die äußeren Umstände gewesen sind: Die Freude des Glaubens übertraf alles. Denn sie war fest gegründet in Jesus, in dem gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes.  Zweiter Schritt: Die Gegenwart – Ernüchterung und ErmahnungDoch dann kommt der Schreiber des Hebräerbriefes zum zweiten Schritt: zur Untersuchung der Gegenwart. Diese Untersuchung fällt leider ganz anders aus. Ab Vers 35 präsentiert er seinen Lesern schon das Er

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May 26, 2026
Festhalten am Bekenntnis der Hoffnung

Der Bibeltext Hebräer 10,19-31 – ausgelegt von Thomas Neuer. Wenn das Vertrauen fehlt – Gott begegnen in schwierigen ZeitenManchmal fehlt mir die Freundlichkeit und Muße, Gott zu begegnen. Mich beschäftigt eine Sache so, dass ich darüber nicht still werde. Es schnürt mir buchstäblich die Kehle zu. Ich kann es nicht vor Gott bringen und bei ihm loswerden. Ich bin so erschüttert, dass mir gerade das Vertrauen fehlt, dass Gott hier eingreift.Und da soll ich mich daran erinnern, was Jesus für mich getan hat, damit ich neu unbekümmert und vertrauensvoll Gott meinem himmlischen Vater begegne.  Der Weg zu Gott ist frei – durch Jesus ChristusDenke daran, so erklärt der Schreiber des Hebräerbriefes: Jesus hat sein eigenes Blut für dich vergossen. Er opfert sich selbst als der Unschuldige für dich Schuldigen und tritt so vor Gott, um dich zu rechtfertigen. Dabei hat der Schreiber ein Bild vor Augen: Jesus hängt am Kreuz und stirbt mit den Worten: „Es ist vollbracht!“ In diesem Augenblick reißt im Tempel der Vorhang zum Allerheiligsten von oben bis unten durch. Das soll zeigen: Nun ist der Zugang zu Gott frei. Du kannst jetzt vor Gott treten ohne Angst vor seiner Heiligkeit zu haben und kannst ihm alles sagen. Du darfst kommen wie ein Kind, das zu seinem lieben Vater erwartungsvoll aufschaut. Es weiß, dass er seine Bitte anhören und nicht ausschlagen wird. In seiner Weisheit wird er die beste Antwort darauf haben.Ja, Sie und ich dürfen vertrauensvoll mit frohem Herz zu Gott kommen und müssen nichts vor ihm verbergen. Ich brauche kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, denn ich habe Jesu Vergebung in Anspruch genommen. Ich brauche auch keine Angst vor der Zukunft zu haben!Immer wieder fragen sich Christen, ob ihre Frömmigkeit ausreicht, um in den Himmel zu kommen. Sie meinen damit, ob sie heilig genug gelebt haben, dass Gott sie zu sich aufnehmen kann. Da wird offensichtlich etwas nicht richtig verstanden. Unser Bekenntnis heißt doch: Allein aus Gnade seid ihr gerettet und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich niemand rühme! So erklärt es Paulus im Epheserbrief, Kapitel 2, Verse 8 und 9. Wenn das Gott so verheißen hat in seinem Wort, brauchen wir nicht daran zu zweifeln, denn er steht hundertprozentig zu seinen Zusagen. Er ist der treue Gott, auf den ich mich verlassen kann.Lassen Sie sich also neu von diesem Text ermutigen, Gott alles zu sagen, was Sie bewegt. Und da brauchen Sie nicht auf Ihre Formulierungen achten, sondern dürfen ganz vertrauensvoll mit ihm reden, als würde er Ihnen gegenüberstehen.  Gemeinschaft als Gestältung des GlaubensUnd was ist, wenn mich doch einmal so ein Tief überkommt, dass ich es nicht mehr schaffe, mit Gott zu reden? Dann bin ich froh, dass ich als Christ nicht allein dastehe, sondern hoffentlich in einer Gemeinde beheimatet bin, wo man aufeinander achtet.Denn dazu ermahnt hier der Verfasser

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May 25, 2026
Eigentlich will ich dir nah sein

Der Bibeltext Hebräer 10,1-18 – ausgelegt von Samuel Wolff. Einleitung: Die Sehnsucht, Gott nahe zu seinFrüher war alles besser. Dem einen oder anderen ist dieser Satz wahrscheinlich schon mal über den Mund gekommen, nicht wahr. Und manchmal steckt da ja auch ein echtes Gefühl und eine echte Erfahrung drin.Ich möchte Ihnen heute aber anhand unseres Bibeltextes zumindest eine Sache zeigen, die früher auf keinen Fall besser war. Und mit Früher meine ich hier das Alte Testament. Und was lief da nicht so gut? Wenn die Menschen zu Gott kommen und ihm nahe sein wollen, dann müssen sie erst einige Opfer Gott darbringen.Und diese Frage: Wie kann ich nahe bei Gott sein – stelle ich mir auch heute immer wieder. Und vielleicht kennen Sie diese Sehnsucht auch: Eigentlich wollen Sie doch einfach nur nah bei Gott sein. Und ich kann Ihnen schon mal vorwegnehmen: Wir leben heute in einer ganz besonderen Zeit, von der die Menschen aus dem Alten Testament nur träumen konnten.Denn im Alten Testament gibt es ein ganz klar vorgegebenes System, das regelt, wie man sich Gott nahen kann. Wer sich Gott nahen will, muss erst mal Schlachtopfer, Sündopfer und Brandopfer darbringen und das teilweise täglich.Gut, aufwendiges System, aber wenn es funktioniert, dann lohnt sich die Mühe ja, oder?  1) „Die Menschen wollen Gott nahe sein“ – aber das alte Opfersystem kann diese Nähe zu Gott letztlich nicht schaffen (Verse 1–4)Der Hebräerbrief erklärt auch Schritt für Schritt warum. In Kapitel 10,1 beginnt er gleich so:„Das Gesetz hat nur einen Schatten der zukünftigen Güter, nicht das Wesen der Dinge selbst.“Also das System, das Gesetz und damit auch der Opferkult, sind nur ein Schatten. Wer schon mal versucht hat, einen Menschen am Schatten zu erkennen – der weiß: Das ist nicht dasselbe und lange nicht so gut, wie es dann ist, wenn ich den Menschen von Angesicht zu Angesicht sehe.Und weiter sagt der Hebräerbrief: Das Opfersystem ist „nicht imstande, die Herannahenden vollkommen zu machen.“Und noch härter wird es in Vers 4 formuliert:„Denn es ist unmöglich, dass Blut von Stieren und Böcken Sünden wegnimmt.“Da könnte ich ja fast meinen, was hat Gott denn da für ein System eingeführt – das funktioniert ja gar nicht. So sagt auch der Hebräerbrief zwei Kapitel vorher:„Denn wenn jener erste Bund untadelig gewesen wäre, würde nicht Raum für einen anderen gesucht werden“ (Hebräer 8,7).Dabei ist dennoch wichtig zu verstehen: Das Alte ist nicht schlecht. Paulus sagt über das Gesetz: es sei heilig, gerecht und gut (vgl. Römer 7,12). Dennoch ist das alte Opfersystem letztendlich nur ein Schatten – ein Schatten von dem, was noch kommen soll. Und was noch kommen soll, da knüpfen die folgenden Verse an. Denn Gottes Plan ist von Anfang an: dass wir nah bei ihm sein können und das ohne Jahresopfer. Ohne System,

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May 24, 2026
Hilfe erbeten, Gott vergessen

Der Bibeltext Psalm 81 – ausgelegt von Eduard Friesen. Wenn die Krise vorbei ist – Was bleibt nach der Rettung?Gebet in der Not – ein bekanntes MusterViele kennen das aus der Schulzeit oder dem Studium: Die Prüfungen kommen näher, plötzlich werde ich ernst. Ich bete mehr. Ich sage vielleicht: „Herr, bitte hilf mir. Wenn ich das schaffe, dann nehme ich dich wirklich ernst.“Und dann kommt die Rettung: Die Prüfung ist bestanden. Die Erleichterung ist riesig. Aber schon nach kurzer Zeit ist das Gebet von damals vergessen. Nicht aus Bosheit — einfach, weil das Leben weiterläuft.Psalm 81 hält mir genau diesen Spiegel vor: Israel hat gerufen, als sie bedrängt waren, und Gott hat geantwortet. Aber nach der Rettung ist die Nähe zu Gott nicht gewachsen — sie ist wieder verblasst.  Gottes Handeln in der Geschichte IsraelsIn diesem Psalm ruft Asaf Israel zum Lob Gottes auf. Grund für dieses Lob ist die historische Wende der Geschichte, als aus Sklaven ein freies Volk wurde. Aber dann geschieht in diesem Psalm ein überraschender Wechsel: Aus dem Lob des Volkes wird plötzlich das Reden Gottes selbst.Und Gott erinnert sein Volk an seine Rettung: - Ich habe euch aus Ägypten geführt. - Ich habe eure Last von euren Schultern genommen. - In der Not habt ihr zu mir gerufen. - Ich habe euch geantwortet.Das ist auch unsere Geschichte als Christen: - Nicht wir haben uns selbst gerettet. - Nicht wir haben uns selbst zu Gott hochgearbeitet. - Gott hat gehandelt. - Gott hat gerufen. - Gott hat befreit.Jetzt aber wendet sich der Psalm mit ernster Mahnung und Korrektur an die Hörer. Gott hatte Israel gerettet und ihm eine Zukunft versprochen. Deshalb sollte Israel Gott allein verbunden sein, wie in einer Ehe. Untreue durfte hier nicht vorkommen. Weil niemand anderes Israel befreit hat. Andere Götter durften deshalb auch nicht angebetet werden.Deshalb klagt Gott über sein Volk. Er sagt in Vers 12 und 13: „Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Israel will mich nicht. So hab ich sie dahingegeben in die Verstocktheit ihres Herzens, dass sie wandeln nach eigenem Rat.“Offensichtlich geht es Israel wie uns heute auch. Sie sind im alten Trott gelandet, folgen alten Gewohnheiten und haben dieses einmalige Ereignis aus den Augen verloren. Dabei ist die Befreiung Israels vielmehr als eine einmalige Hilfe Gottes. Sie ist identitätsstiftend. In dieser Befreiung stellt sich Gott zu Israel als seinem Volk, er wird umgekehrt als Gott Israels bezeichnet. In dieser Verbindung und mit seiner Hilfe sollte es immer und ewig weitergehen.Wie schade, dass Israel aus dem befreienden Handeln Gottes nicht den Schluss gezogen hat, dass sich Gehorsam für sie immer auszahlen wird. Die Israeliten hatten sich von ihrem Befreier abgewendet und hörten nicht auf ihn. Die Reaktion Gottes ist, sie ihrem eigenen Denken z

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May 23, 2026
Mehr als eine Randnotiz

Der Bibeltext Psalm 51 – ausgelegt von Dajka Krentz. Ein Blick zurück: Davids Geschichte und SchuldSeit ich die Bibel lese, pflege ich handschriftlich Bemerkungen hineinzuschreiben. Ich halte Gedanken, Hinweise oder auch Fragen fest, die mich beim Lesen bewegen.Ganz zu Anfang meiner Zeit als Christ schrieb ich mir den Tag auf, wann ich einen Abschnitt gelesen habe. Beim Psalm 51 steht der 20.11.1974. Ich habe dieses Gebet also als 20-Jährige zum ersten Mal bewusst gelesen. Das ist mehr als 50 Jahre her! Es steht in meiner Bibel auch der Hinweis auf das 11. und 12. Kapitel im 2. Samuelbuch im Alten Testament. Heute weiß ich sofort, warum David hier Buße tut. Damals, als Anfänger beim Bibellesen, musste ich es nachlesen.Ich blättere zu den besagten Kapiteln zurück und sehe, dass ich hier sehr viel dazu vermerkt habe. Es sind nicht meine Gedanken, sondern Gehörtes aus den zahlreichen Freizeiten, Kurzbibelschulen oder sonstigen Predigten, die ich besuchte oder hörte.David lässt seine Soldaten auf dem Feld gegen die Ammoniter kämpfen, während er selbst in Jerusalem bleibt und den Tag verschläft. Dazu habe ich vermerkt: Müßiggang ist aller Laster Anfang! Das trifft hier so sehr zu! David geht auf dem Flachdach seines Hauses, wie sie damals eben gebaut wurden, spazieren, und was kommt ihm vor die Augen? Im Hof eines Nachbarhauses badet eine schöne Frau. Batseba. David ist ein Mann, und so ist es wohl normal, dass ihn dieses Bild nicht kalt lässt. Ist also die Frau schuld an dem, was dann alles folgt? Auch dazu habe ich mir am Rand etwas vermerkt: Entblößung zweckmäßig – kein Anstoß. Das bedeutet, ihre Nacktheit ist notwendig – sie badet, weil es nach ihrer Periode gesetzlich so vorgeschrieben ist. Trotzdem frage ich mich bis heute – musste sie nicht damit rechnen, dass sie jemand beobachtet? Diese Frage bleibt unbeantwortet. Aber für David löst es eine Sündenlawine aus, die ungeahnte Folgen mit sich bringt! Mein Randvermerk sind nicht meine Worte, aber sie stehen da: Anstatt zu danken für die Schönheit, zu bitten um Bewahrung der Frau oder zu segnen, begehrt David sie – Anfang des Fallens!Bestimmt nahm derjenige, von dem ich die Worte hörte, Bezug auf den Vers 28 aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 5: „Doch ich sage euch: Schon wer eine Frau mit begehrlichen Blicken ansieht, der hat im Herzen mit ihr die Ehe gebrochen.“  Schuld erkennen: Der Prophet Nathan und Davids EinsichtDie Sünde Davids fing also hier bereits an. Ich frage mich aber – wer kann von sich sagen, dass er, oder im umgekehrten Fall sie, nicht begehren würde? Ich möchte dieses Fass hier nicht aufmachen, aber der Blick zurück in das 2. Buch Samuel ist notwendig, wenn ich Davids Psalm betrachten möchte. David wurde seine Schuld erst richtig bewusst, nachdem ihm der Prophet Nathan mit einer Vergleichsgeschichte darauf gestoßen hat. Es war ja nicht nur der Ehebruch mit Folgen, es war auch das Vertuschen-Wollen und let

8 min
May 22, 2026
Christus – Mittler des neuen Bundes

Der Bibeltext Hebräer 9,15-28 – ausgelegt von Werner Dauner. Das Chaos in der Werkstatt – und im LebenLetzthin, in meiner Werkstatt, ist mir etwas passiert. Ich habe mir endlich die Zeit genommen, Ordnung zu schaffen. Da ist ein Karton mit Schrauben – ein wildes Durcheinander. Also habe ich sie alle rausgeholt und sauber sortiert. Nach Größe, nach Art – jede an ihren Platz, in eine Sortimentsbox. Das hat gedauert. Aber am Ende ist alles ordentlich. Übersichtlich. Genau so, wie ich es gern habe.Und dann klingelt das Telefon. Ich greife zum Stift, will mir schnell etwas notieren, brauche Platz auf der Werkbank – und schiebe dabei, ohne hinzuschauen, die Sortimentsbox ein Stück zur Seite. Ein Stück zu weit. Die Box rutscht von der Werkbank – und im nächsten Moment liegt alles auf dem Boden. Alle Schrauben. Wieder ein einziges Chaos. Die ganze Sortierarbeit – umsonst. Ich stehe da und denke: Jetzt kannst du wieder von vorne anfangen.Vielleicht kennen Sie solche Momente. Sie haben sich Mühe gegeben. Zeit investiert. Ordnung geschaffen. Und plötzlich ist alles wieder durcheinander. Und manchmal ist das nicht nur in der Werkstatt so. Sondern im Leben. Ich nehme mir etwas vor. Ich will Dinge klären, vielleicht auch Schuld wiedergutmachen. Ich bemühe mich – und dann passiert wieder etwas, das alles zurückwirft. Und ich denke: Jetzt muss ich wieder von vorne anfangen.  Der Tempel, die Opfer und das Problem der WiederholungGenau an diesem Punkt setzt unser Bibeltext aus dem Hebräerbrief an. Er beschreibt eine Zeit, in der Menschen immer wieder neu anfangen mussten. Im Tempel werden Opfer gebracht – Tag für Tag, Jahr für Jahr. Ein Zeichen dafür: Schuld ist real. Und sie trennt von Gott. Aber diese Opfer haben ein Problem: Sie sind nie endgültig. Sie müssen immer wiederholt werden. Wie die Schrauben auf dem Werkstattboden. Kaum sortiert – schon wieder alles durcheinander.  Jesus – der Mittler des neuen BundesUnd dann kommt Jesus. Der Hebräerbrief sagt: Er ist der „Mittler eines neuen Bundes.“ Er bringt etwas völlig Neues: Nicht ein weiteres Opfer in einer langen Reihe – sondern das eine, entscheidende Opfer. „Ein für alle Mal“, heißt es.Das ist der Unterschied. Bei den alten Opfern: immer wieder. Bei Jesus: ein für alle Mal. Der Text erklärt das mit einem Bild, das ich gut verstehe: Ein Testament. Ein Testament wird erst wirksam, wenn derjenige gestorben ist, der es gemacht hat. Vorher ist es nur ein Versprechen.Mit dem Tod Jesu wird Gottes neuer Bund Wirklichkeit. Nicht voräufig. Nicht auf Zeit. Sondern verbindlich. Was bedeutet das? Es bedeutet: Sünde wird nicht nur sortiert – sie wird weggenommen. Nicht nur vorübergehend geregelt – sondern endgültig geklärt. Das ist mehr als ein guter Vorsatz. Mehr als der Versuch, es beim nächsten Mal besser zu machen. Es ist Gottes Entscheidung. Jesus ist nicht gestorben, damit ich mich noch mehr anstrenge. Sondern damit ich

8 min
May 21, 2026
Das Opfer, das alles verändert

Der Bibeltext Hebräer 9,11-14 – ausgelegt von Mihnea Onofrei. Menschliche Opfer und ihre GrenzenHaben Sie schon einmal von einer Geschichte von wahrer Aufopferung gehört, die Sie einfach nicht mehr losgelassen hat? Ein Feuerwehrmann, der in ein brennendes Haus rennt, um ein Kind zu retten und dabei sein eigenes Leben riskiert. Oder eine Mutter, die alles für ihre Familie gibt. Das sind starke Bilder von Opfern, die mich berühren, weil sie etwas von bedingungsloser Hingabe zeigen. Doch jedes menschliche Opfer, so heldenhaft es auch sein mag, hat Grenzen. Es ist einmalig und irdisch.Im Alten Testament lese ich von unzähligen Opfern. Priester brachten Tag für Tag, Jahr für Jahr, Tieropfer dar, um die Sünden des Volkes zu sühnen. Blut, Feuer und Asche – ein ständiger Kreislauf und eine Erinnerung daran, dass zwischen Menschen und Gott etwas zerbrochen ist. Aber konnte das Blut von Böcken und Kälbern wirklich ein Gewissen reinigen und Menschen befähigen, Gott zu dienen? Die Bibel selbst gibt die Antwort: Nein. All diese Opfer waren nur ein Hinweis auf etwas viel Größeres, ein Fingerzeig auf das wahre Opfer, das alles verändern wird. Der heutige Bibeltext stellt alles auf den Kopf, was man damals über Opfer und Vergebung wusste.  Christus – der wahre HohepriesterEs beginnt mit den Worten: „Christus aber ist gekommen…“. Dieses „aber“ ist ein Wendepunkt in der Heilsgeschichte. Die Zeit der unzähligen Tieropfer und der Priester, die selbst Sünder waren, ist vorbei. Hier kommt der eine, wahre Hohepriester: Jesus Christus. Er betritt nicht irgendein Zelt aus Stoff und Holz. Jesus Christus geht in das „vollkommenere Zelt“ – direkt in die Gegenwart Gottes im Himmel. Und er bringt nicht das Blut von Tieren, sondern „sein eigenes Blut“. Das ist der entscheidende Unterschied. Kein Tier kann sich freiwillig opfern. Jesus aber, der Sohn Gottes, gab sich selbst aus Liebe zu uns hin. Er wurde nicht geopfert, er hat sich selbst als Opfer dargebracht.Und das Ergebnis? Keine vorläufige, jährliche Vergebung. Nein, der Text sagt, er hat eine „ewige Erlösung“ erworben. Ein für alle Mal. Das Kreuz ist kein wiederholbares Ereignis; es ist der eine, abgeschlossene, perfekte Akt der Liebe Gottes, der durch alle Zeiten hindurch gilt. Und jetzt kommt der Punkt, der direkt in unser Leben hineinspricht. Vers 14 ist vielleicht der wichtigste des ganzen Abschnitts. Er fragt uns: Wenn schon das Blut von Tieren eine äußerliche, rituelle Reinheit bewirken konnte, „um wie viel mehr wird dann das Blut Christi […] unser Gewissen reinigen von den toten Werken?“ Es geht hier nicht mehr nur um äußere Regeln. Es geht um unser Innerstes, um unser Gewissen.  Das nagende Gewissen und die Botschaft des EvangeliumsIch kenne dieses nagende Gefühl der Schuld. Die Erinnerung an Worte, die ich nicht hätte sagen sollen. An Taten, die ich bereue. An die Momente

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May 20, 2026
Wenn Altes neu wird

Der Bibeltext Hebräer 9,1-10 – ausgelegt von Gisela Wichern. Die alte Ordnung: Gottesdienst hinter dem VorhangWer die alte Ordnung kennt, der darf gespannt sein auf die neue. Es sind Menschen aus dem jüdischen Volk an die sich der Schreiber des Hebräerbriefes wendet. Menschen, die gut mit den jüdischen Gesetzen und Ritualen vertraut sind, die aber in Jesus ihren Herrn und Retter gefunden haben. Und gerade dieses Verständnis soll noch einmal vertieft werden. Worin unterscheidet sich die neue Ordnung von der alten?Im Hebräerbrief wird die Stiftshütte beschrieben … eine Zeltanlage, die Mose zur Zeit der Wüstenwanderung des Volkes Israels nach Gottes Anweisungen in der Wüste errichten ließ. Hier wollte Gott unter seinem Volk wohnen. Hier konnte Israel seinem Gott begegnen.Nach dem Vorbild der Stiftshütte ließ Salomo später auch den Tempel in Jerusalem erbauen. Alle Anweisungen für die verschiedenen Opfer- und Reinigungsrituale wurden übernommen. Etwa 1500 Jahre lang haben diese Rituale das Glaubensverständnis Israels geprägt.Jetzt macht der Schreiber des Hebräerbriefes deutlich, dass all das, was das jüdische Volk verinnerlicht hat, Hinweise waren. Hinweise auf das, was Jesus Christus durch seinen Tod bewirken wird. Er beschreibt den Aufbau der Stiftshütte. Da gab es den vorderen Raum, das Heilige. Hier versahen die Priester ihren Dienst. Gottesdienste wurden vorbereitet. Außerdem waren sie für die Reinigung des Siebenarmigen Leuchters zuständig und mussten zweimal täglich Öl nachfüllen. Die Lampen brannten Tag und Nacht in diesem fensterlosen Raum.An diesen heiligen Raum schloss sich ein weiterer an. Ein schwerer, kostbar gewebter Vorhang trennte diese beiden Räume. Er wurde „das Allerheiligste“ genannt. Hier stand die mit Gold beschlagene Bundeslade. In diesem – ebenfalls fensterlosen Raum – brannte keine Lampe. Gott selbst erfüllte ihn mit seiner Herrlichkeit.Während die Priester täglich im vorderen Raum ihrer Beschäftigung nachgingen, war das Allerheiligste tabu für sie. Nur ein einziger, nämlich der Hohepriester, durfte einmal im Jahr diesen abgetrennten Bereich betreten … diesen heiligsten Bereich der Gegenwart Gottes. Nur am großen Versöhnungstag war es ihm erlaubt, hier für alle unwissentlich begangenen Sünden Abbitte zu tun.  Der zerrissene Vorhang: Die neue Ordnung tritt in KraftDiese räumliche Trennung macht deutlich, dass der Weg in Gottes Gegenwart noch nicht offen war. Menschliche Unvollkommenheit und Schuld vertrug sich nicht mit der Herrlichkeit Gottes. Die damaligen Opfer und Rituale konnten das Gewissen des Menschen nicht vollkommen reinigen; sie waren nur eine vorübergehende Ordnung. Sie gehörten zu dem alten Bund, den Gott mit Mose geschlossen hatte.Jetzt betont der Schreiber des Briefes das Ende der alten Ordnung und den Beginn der neuen, der besseren Ordnung.Der Vorhang ist zerrissen, der das Allerheiligste verschlossen hielt. Durch

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May 19, 2026
Jesus ist besser

Der Bibeltext Hebräer 8,1-13 – ausgelegt von Matthias Gerlach. Jesus Christus – der Hohepriester höherer OrdnungDer Hebräerbrief stellt Jesus Christus in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Anhand des Alten Testamentes wird begründet, warum Jesus so viel mehr ist als die Priester und die Leviten. Dieser Beweis wurde im vorigen Kapitel geführt. Jetzt kommt das Wesentliche. Die Hauptsache des ganzen Hebräerbriefs. An dieser Stelle wird auf den Anfang des Hebräerbriefs verwiesen, dort heißt es in Kapitel 1,3: „Er ist der Abglanz der Herrlichkeit Gottes … nachdem er die Reinigung der Sünden erwirkt hat, hat er sich zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt.“ (Hebräer 1,3) Wir haben in Jesus einen Hohenpriester höherer Ordnung, der zur Rechten Gottes sitzt und uns vertritt. Jesus spricht für uns auf dem kürzesten Dienstweg mit Gott. Wenn Jesus sich im Himmel auf den Thron gesetzt hat, dann gewinnt er damit an Hoheit und Würde, dann ist seine Fürsprache für die Gemeinde umso wirksamer. Deshalb sind wir eingeladen, täglich mit ihm zu sprechen, zu ihm zu beten. Das macht den Glauben lebendig und hilft uns, unsere persönliche Beziehung zu Jesus zu vertiefen.  Das himmlische Heiligtum und das Opfer am KreuzWeiter vergleicht nun der Bibelabschnitt den Priesterdienst Jesu mit dem Dienst der Priester am Jerusalemer Tempel. Jesus dient am himmlischen Heiligtum, das das Vorbild für das irdische Heiligtum war. Der Tempel ist nur ein Abglanz des Himmlischen. Am irdischen Heiligtum könnte Jesus gar nicht Priester sein, denn er war nicht vom Geschlecht Aarons und kam nicht aus dem Stamm Levi, aber er ist ja ein Priester höherer Ordnung. Die Aufgabe der Priester war es, die Opfer für die Sünden darzubringen. Da musste der Priester zunächst für sich selbst opfern, erst wenn er sich dadurch von allen Sünden gereinigt hatte, konnte er für die Sünden des Volkes opfern.Auch Jesus hat ein Opfer dargebracht, nur musste er nicht für sich selbst opfern, da er ohne Sünde war. Und das Opfer, das er dargebracht hat, war er selbst. Durch sein unschuldiges Leiden und Sterben am Kreuz hat er ein Opfer gebracht, das für die Schuld der ganzen Menschheit ein für allemal gilt. Der Hebräerbrief zeichnet hier das folgende Bild: Jesus vollzieht den himmlischen Priesterdienst im himmlischen Heiligtum. Seine Himmelfahrt wird verglichen mit dem irdischen Gang des Hohepriesters in das Allerheiligste des Tempels. Das Opfer am Kreuz entspricht dem Opfer am großen Versöhnungstag. Das Johannesevangelium berichtet uns in seiner Chronologie, dass Jesus zu der Stunde am Kreuz starb, als im Tempel die Passalammär geschlachtet wurden. Er ist das letztgültige Opfer, und deshalb müssen wir heute keine Opfer mehr bringen.  Der neue Bund – Mittler und VerheißungJesus hat ein höheres Amt angetreten als der Hohepriester und wird deshalb auch als Mittler eines besseren Bundes bezeichnet. Das griechische Wort mesite

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May 18, 2026
Ewig und vollkommen

Der Bibeltext Hebräer 7,23-28 – ausgelegt von Jürgen Schmidt. 1. Eine vertraute Methode – und ein besserer WegVor wenigen Monaten ist mein Vater im Alter von etwas mehr als 100 Jahren verstorben. Beim Lesen des Bibeltextes wurde ich an ihn erinnert. Mindestens einmal im Monat fragte er mich früher höflich: „Kannst Du mich mal zur Bank fahren?“ Er hatte ausgefüllte Überweisungsträger dabei und wollte gerne wieder seine Kontoauszüge abholen. Ich habe es für mich als „Ausflug mit dem Vater“ verbucht, denn ich kannte einen besseren Weg. So hat er irgendwann auch zugestimmt, dass ich alle seine Bankgeschäfte per Homebanking erledigen konnte, während er mir über die Schulter schaute. Seine alte, vertraute Methode war weder falsch noch schlecht, aber es gab aus meiner Sicht eine bessere.  2. Die alttestamentliche Ordnung: Gesetz, Priester und SühneGott hat im Alten Testament eine Ordnung eingerichtet. Er hat seinem Volk das Gesetz und einen Hohepriester sowie viele nachgeordnete Priester gegeben. Dieses Gesetz hat den Menschen klar gemacht, wie die Beziehung zu ihrem Gott aussehen sollte und wie sie untereinander gut leben konnten. Gleichzeitig spürten die Israeliten aber jeden Tag, dass sie es nicht schafften, diese Regeln einzuhalten. Wann immer sie versagten, hatten sie Sünde auf sich geladen. Und diese trennte sie von ihrem Gott und all seinen Zusagen an Hilfe und Segen, die er versprochen hatte. Das ist bis heute so! Der liebevolle Herr im Himmel ist gleichzeitig der heilige Gott, der mit Sünde keinen Pakt schließen wird. Aber er sehnt sich auch nach den Menschen, die er gewollt und geschaffen hat. So hat er damals einen Weg aufgezeigt, wie die Beziehung zu Gott wiederhergestellt werden kann. Sünde ist in Gottes Augen so gravierend, dass sie nur durch Tod gesühnt werden kann. Damals bereuten Menschen ihre Sünde vor Gott, wenn sie einsichtig waren, und opferten je nach Schwere der Schuld ein kleines oder großes Tier. Durch das Sterben dieses Tiers konnte Gott erkennen, dass es dem Menschen ernst mit seiner Buße war. Daher gab es am Tempel viele Priester, die den Opferdienst taten und den Menschen dann die Vergebung Gottes zusprachen. Das mussten diese Priester auch für sich selbst tun. Einmal im Jahr trat der oberste Priester, auch Hohepriester genannt, im allerheiligsten Inneren des Tempels vor Gott, um für sich und das ganze Volk die Versöhnung für alle Schuld zu erbitten.  3. Das unvollkommene System und Gottes vollkommene LösungDer Autor unseres Bibeltextes erklärt, dass das alles aber unvollkommen war: Die Versöhnung geschah immer nur für das, was die Menschen im Rückblick bereuten. Sie mussten immer wieder kommen. Auch die Priester waren vergängliche Menschen, immer wieder andere übernahmen dieses Amt. Viele Tiere starben. Das Problem konnte damals nur punktuell, aber nicht grundsätzlich gelöst werden.Bis Gott höchst persönlich handelte! Nur er konnte das Problem grun

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May 17, 2026
Mehr als ein Handy

Der Bibeltext Hebräer 7,11-22 – ausgelegt von Kerstin Brunner. Vom alten Handy zum Smartphone: Ein Bild für den GlaubenErinnern Sie sich noch an Ihr erstes Handy? Ich schon! 1996 – Ich schreibe meiner Freundin eine SMS. Ich muss mich kurzfassen, da ich nur 160 Zeichen nutzen kann, sonst fängt eine weitere SMS an, die weitere Kosten verursacht. Wir waren damals sehr erfinderisch, um die „kostbaren“ 160 Zeichen sinnvoll zu nutzen. Nur Buchstaben, Zeichen und eben Leerzeichen. Damals konnte man mit einem Handy im Großen und Ganzen telefonieren und Textnachrichten verschicken. Auch mit dem Empfang war es recht simpel: Man hatte entweder Empfang oder eben keinen Empfang.2026 – heute kann ich meiner Freundin mit meinem Smartphone nicht nur Textnachrichten, sondern auch Emojis, Sprachnachrichten, Videos und Dokumente schicken. Wenn ich will, kann ich ständig online sein, mich über Mobilfunk, WLAN und Internet verbinden, die Navigation nutzen, Nachrichten aus aller Welt empfangen oder jederzeit direkten Zugang zu Menschen und Informationen haben. Beide Geräte dienen der Kommunikation, aber das Smartphone eröffnet eine viel tiefere und umfassendere Form der Verbindung.Dieses Bild hilft, einen Gedanken aus dem Hebräerbrief zu verstehen. Dort wird erklärt, dass Gott schon im Alten Testament Wege geschaffen hat, damit Menschen mit ihm in Beziehung leben können. Doch diese Wege sind wie das „aIte Handy“: echt, wichtig und von Gott gegeben – aber noch nicht die endgültige Lösung. Sie weisen auf etwas Größeres hin.  Melchisedek – ein rätselhafter VorausblickEine zentrale Figur dabei ist Melchisedek. Melchisedek begegnet mir nur kurz in der Bibel (1. Mose 14). Er ist zugleich König von Salem und Priester Gottes, des Höchsten. Abraham begegnet ihm nach einer Schlacht, Melchisedek segnet ihn, und Abraham gibt ihm den Zehnten. Viel mehr erfahre ich nicht über ihn – keine Abstammung, kein Anfang oder Ende seines Dienstes. Gerade diese geheimnisvolle Rolle macht ihn im Hebräerbrief zu einem wichtigen Hinweis auf Jesus. Melchisedek steht für ein Priestertum, das nicht von Herkunft oder Familienlinie abhängt, sondern direkt von Gott kommt.Um zu verstehen, warum das so bedeutend ist, muss ich wissen, welche Aufgaben ein Priester – besonders ein Hohepriester – im Alten Testament hat. Priester sind Vermittler zwischen Gott und Menschen. Sie helfen dem Volk, mit Gott in Beziehung zu bleiben, obwohl Schuld und Sünde diese Beziehung immer wieder belasten. Eine zentrale Aufgabe ist der Opferdienst im Heiligtum. Menschen bringen Opfer dar, um ihre Schuld vor Gott zu bekennen und Vergebung zu erbitten. Tiere werden stellvertretend geopfert, weil Sünde Konsequenzen hat und Versöhnung nicht einfach übergangen werden kann.Der Priester führt diese Opferhandlungen aus und zeigt damit: Der Mensch braucht Hilfe, um vor Gott bestehen zu können. Die wichtigste Handlung im ganzen Jahr ist d

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May 16, 2026
Wenn Dank und Lob mein Leben bestimmt

Der Bibeltext Psalm 92 – ausgelegt von Irmhild Schorre. 1. Gott danken und loben – morgens und nachts„Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und Lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen auf dem Psalter mit zehn Saiten, mit Spielen auf der Harfe. Denn du Herr, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken und ich rühme die Taten deiner Hände.“Der Schreiber des Psalms gebraucht zu Anfang den Begriff „ein köstlich Ding“ als Ausdruck der großen Begeisterung, die ihn ergreift, wenn er dem Herrn dankt und ihn lobt. Wenn ich Gott lobe und danke, dann tue ich etwas, was Gott zusteht und was seiner Größe angemessen ist. Gleichzeitig tut es mir gut und macht mich froh.Ich danke Gott für die Erfahrungen mit ihm in meinem Leben. Beim Danken erinnere ich mich an das Erlebte. Ich nehme mir Zeit, über Vergangenes nachzudenken. Manchmal weiß ich dann genau, wo Gott mir konkret geholfen hat. Dann ist die Situation so klar, dass ich nur sagen kann: Danke Herr!Vieles begegnet mir auch nur wie ein flüchtiger Gedanke. Es ist so eine Ahnung, wo Gott überall seine Finger im Spiel hatte. In einem Lied von Manfred Siebald heißt es: „…mit Händen lässt sich manches greifen. Doch manche Wunder streifen mich nur heimlich – dann und wann“.Wichtig ist es in jedem Fall, diese Gedanken festzuhalten und mit anderen zu teilen. Das Erlebte ist dann klarer in meiner Erinnerung und gleichzeitig macht es anderen Menschen Mut.Aus dem Danken kommt das Lobsingen. Gott zu Lobsingen bedeutet, ihn durch Musik und Gesang mit freudigen Worten zu ehren und drückt tiefe Bewunderung und Dankbarkeit aus. Ich lasse nach außen, was mich bewegt. Ich habe nicht mich im Blick, sondern das, was Gott tut und wie er ist.Gottes Gnade am Morgen in den Blick zu nehmen, bevor der Alltag nach mir greift, hilft ungemein. Es gibt mir Schwung, in den Tag zu starten und Dinge anzupacken. Ich überlasse das Feld nicht den Problemen, sondern Gott. Er sagt mir seine Hilfe und Treue fest zu. Ob ich mir gerade viel Zeit nehmen kann oder eher im Laufschritt unterwegs bin – die Verbindung zu ihm ist offen und er hört. Abends lege ich den Tag, so wie er war, zurück in Gottes Hände. Ich danke für das Gute und bitte um Vergebung für das, was nicht gut gelaufen ist. Nachts, wenn ich nicht schlafen kann, hilft es mir, mich an seine Zusagen, das bedeutet, an seine Wahrheit zu erinnern. Wenn dann Probleme oft übergroß werden, gibt er mir das richtige Augenmaß, sie einzuordnen. Ich gebe meine Sorgen bei ihm ab, muss mich nicht länger aufreiben und darf ruhig werden.Lob und Dank gegenüber Gott kann ich durch Instrumente verstärken. Es ist wichtig zu üben, um gute Klänge hervorzubringen. Genauso lerne ich auch, Gott zu loben. Ich stimme mich innerlich ein, indem ich bewusst zur Ruhe komme und mich nicht ablenken lasse.So wie es unterschiedliche

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May 15, 2026
Hoch, höher, der Höchste

Der Bibeltext Hebräer 7,1-10 – ausgelegt von Matthias Bank. Außerirdisches Leben – aus christlicher PerspektiveGlauben Sie eigentlich, dass es außerirdisches Leben gibt? Astronomen senden Signale ins Weltall und warten auf Antwort. Hallo, ist da jemand?Christen glauben tatsächlich, dass es außerirdisches Leben gibt – natürlich nicht in Form von grünen Männchen mit roten Antennen, die auf einer Untertasse hereinschweben. Aber wir glauben an einen Schöpfergott, der selbstverständlich außerhalb dieser uns bekannten Erde lebt. Aus seiner Welt, die wir dann Himmel nennen, spricht er in unsere Welt und greift auch handelnd in sie ein.Das stärkste Zeichen dafür ist, dass er selbst in der Person Jesus von Nazareth in seine Schöpfung gekommen ist. Paulus bezeugt im Brief an die Gemeinde in Kolosä, dass durch IHN alles gemacht ist. (Kolosser 1,15-17)Und auch Johannes erklärt zu Beginn seines Evangeliums, dass Jesus ultimativ das Wort Gottes in diese Welt ist, und dass durch IHN alles gemacht ist.Quer durch die Bibel bezeugen Menschen, dass sie Begegnungen mit außerirdischen Wesen gehabt haben. Wir nennen sie in der Regel Engel.  Melchisedek – der mysteriöse Priester-König von SalemDer Hebräerbrief greift eine Person des Alten Testamentes auf, die dort nur ganz kurz erwähnt wird – und zwar in einer mysteriösen Begegnung mit dem Stammvater Abraham. (1. Mose 14,18-20)Die Vorgeschichte ist, dass die Könige von Sodom und Gomorra Krieg mit ihren Nachbarn angezettelt und diesen verloren hatten. In der Folge war auch Abrahams Neffe Lot, der in Sodom lebte, mit all seiner Habe in Gefangenschaft geraten.Abraham hatte einerseits Gottvertrauen, war andererseits aber wohl auch militärisch gerüstet. Er jagte den Siegern mit 318 Knechten nach, schlug sie bei Nacht und brachte Lot, dessen Habe „und das Volk“ wieder zurück.Um seines Neffen Lot willen greift Abraham zugunsten von Sodom und Gomorra ein, das wenig später aufgrund seiner Unmoral und Schandtaten reif zum Gericht ist. Das ist an sich schon sehr merkwürdig.Danach kommt es zu einer seltsamen Begegnung Abrahams mit zwei Königen: dem König von Sodom und dem mysteriösen König von Salem, und „der war ein Priester Gottes des Höchsten“ (Vers 18). Dieser Priester-König heißt Melchisedek. Mit den Friedenszeichen Brot und Wein kommt er den beiden anderen entgegen und er segnet Abraham. Der König von Sodom war dabei wohl nur Statist.Abraham akzeptiert Melchisedek als den Höhergestellten und von Gott Gesandten und gibt ihm als Dankopfer 10 % von der eroberten Beute. (Hebräer 7,4)Das Angebot des Königs von Sodom, die weitere Kriegsbeute zu behalten, lehnt Abraham dagegen ab. „Du sollst nicht sagen können, dass ich durch dich reich geworden wäre.“ Abraham verzichtet einerseits auf den Gewinn aus dem Feldzug und gibt stattdessen davon den zehnten Teil an Melchisedek ab.Wer war dieser mer

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May 14, 2026
Glauben im Wechselbad der Gefühle

Der Bibeltext Hebräer 6,9-20 – ausgelegt von Günther Röhm. Der Schrecken des Abfalls und die Wende zur GewissheitWas ich vorgestern im Hebräerbrief in der fortlaufenden Bibellese gelesen habe, ließ mir einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen. Da hieß es: „Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am Heiligen Geist und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt und dann abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie für sich selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen.“ (Hebräer 6, 5-6)Im heutigen Abschnitt schlägt der Schreiber einen ganz anderen Ton an: „Was aber euch angeht, ihr Lieben, sind wir vom Besseren überzeugt und von dem, was Rettung bringt, auch wenn wir so reden.“Das ist wie eine warme, angenehme Dusche auf den eiskalten Schauer von vorgestern.Ich frage mich: Warum werden wir Leser und Hörer des Hebräerbriefes von dem Schreiber des Briefes in dieses Wechselbad der Gefühle gestürzt? Gerade schreibt er noch, dass es für jemanden, der vom Glauben an den auferstandenen Jesus Christus abgefallen ist, keinen Weg zurück gibt. Um im nächsten Satz zu sagen: Das gilt nicht für Euch!Weiß der Schreiber nicht, wie viele Christen er damit in tiefe seelische Nöte stürzt?Weiß der Schreiber nicht, wie viele Christen mit der ständigen Angst leben, von Gott verworfen zu sein?  Gottes Gerechtigkeit und die Grundlage des GlaubensBeim Nachdenken über diese Fragen entdeckte ich, dass der Schreiber genau um diese Fragen weiß. Denn er schreibt: (Ich zitiere aus der Übersetzung Hoffnung für alle): „Denn Gott ist nicht ungerecht. Er vergisst nicht, was ihr getan habt und wie ihr aus Liebe zu ihm anderen Christen geholfen habt und immer noch helft. 11 Wir haben nur einen Wunsch: Jeder von euch soll mit diesem Eifer an der Hoffnung festhalten, dass sich einmal alles erfüllt, was Gott versprochen hat. Ja, haltet daran fest, bis ihr das Ziel erreicht! 12 Werdet in eurem Glauben nicht träge und gleichgültig, sondern folgt dem Beispiel der Christen, die durch ihr Vertrauen zum Herrn standhaft geblieben sind und alles erhalten werden, was Gott zugesagt hat.“ (Hebräer 6, 10-12)„Gott ist nicht ungerecht“ – das bedeutet – und darauf kommt es an – es liegt in der Sache des Glaubens an Gott und nicht an jemandes Wollen oder Laufen oder Tun. Niemand erreicht das Ziel des Glaubens aus eigener Kraft, sondern allein durch Gottes Erbarmen.Wenn ein Mensch erleuchtet wird und zum Glauben an Jesus Christus kommt, dann kommt er nicht aus seinem reichlichen Nachdenken und Abwägen zum Glauben an Jesus Christus, sondern allein durch Gottes Gnade und Erbarmen. Martin Luther hat das klassisch in seiner Erklärung zum dritten Glaubensartikel so ausgedrückt: „Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an

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May 13, 2026
Jeder auf seine Weise

Der Bibeltext Psalm 148 – ausgelegt von Beate Späinghaus. Der Psalmdichter entzündet ein Feuerwerk des LobesDa sitze ich vor meiner Bibel und lese Psalm 148. Wir haben ihn gerade gehört.Da steht ja immer dasselbe, denke ich: „Lobet ihn…“Immer wieder: „Lobet ihn“. Ganz schön oft. Da scheint jemand total begeistert zu sein von dem Herrn der Heerscharen, den ich einfach Gott nenne. Der Psalmschreiber kriegt sich ja gar nicht mehr ein, es scheint, als wolle er ein Feuerwerk des Lobes zünden.Er fordert den Himmel auf, „Lobet ihn“ und die Engel auch noch. Tun die Engel das nicht von sich aus, Gott loben? Wie macht er das, den Himmel zum Lob auffordern? Geht er nach draußen und ruft es dem Himmel zu? Ist er auf einer weiten Grasfläche oder in den Bergen? Hören ihm Menschen zu, wenn er den Himmel und die Engel auffordert, Gott zu loben?Jedenfalls lässt er sich nicht beirren. „Lobet ihn Sonne und Mond, lobet ihn alle leuchtenden Sterne“, so geht es weiter. Im Haus ist der Psalmist wohl nicht geblieben beim Schreiben. Die Sonne, den Mond und die Sterne schaut er sich an. Die sollen Gott auch loben, überlegt er. So schön sie auch sind, sie sind Geschöpfe Gottes, des Herrn, nichts Anbetungswürdiges. Also los, Sonne, Mond und Sterne, lasst euch mitreißen, lobt Gott!Wie sie das wohl machen, überlege ich? Es sind doch keine lebendigen Wesen, die sprechen oder singen oder rufen können. Leuchten können sie und strahlen und stetig auf ihren Bahnen bleiben, Orientierung gebend für Menschen und Tiere. Licht zum Wachstum der Pflanzen geben sie auch noch. Reicht das? Ist das ihre Art, Gott, ihren Schöpfer, zu loben? Ist das genug?  Lob von Wolken, Tiefsee und NaturgewaltenWeiter geht es. „Lobet ihn ihr Himmel aller Himmel und ihr Wasser über dem Himmel“ Darunter kann ich mir erst einmal nicht viel vorstellen. Was meint der Texter? Vielleicht die Regenwolken, die Gewitterwolken oder die Schäfchenwolken, die über den Himmel ziehen? Wie können sie Gott loben? Was können sie überhaupt? Wozu sind sie gut?Sie können sich ausregnen, anzeigen, aus welcher Richtung der Wind kommt, sie können Schatten spenden, Regenwasser transportieren. Und sie können die Fantasie anregen, Gesichter, Tiere oder Gegenstände in ihnen zu erkennen. Ja, ich denke, so können sie Gott loben, indem sie tun, wozu sie geschaffen sind.Nach diesen Aufforderungen zum Loben gibt es nun eine Begründung, weshalb die Himmelskörper und die Wolken Gott loben sollen: Gott hat sie erschaffen und er lässt sie bestehen. Gott selbst sorgt dafür, dass der Kosmos in Ordnung bleibt.Nach der Himmelswelt gerät nun die Unterwasserwelt in den Blick des Beters. (Verse 7–10)Große Wassertiere, ich denke zum Beispiel: Wale, Haie, Delphine und Rochen – auch sie sollen Gott loben und alle anderen Meereswesen dazu. Wie, bitteschön, sollen sie das machen? Ob sie das tun, indem sie das Gleichgewicht der Meere aufrecht erhalten

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May 12, 2026
Was mir hilft, Gott treu zu bleiben

Der Bibeltext Hebräer 5,11-6,8 – ausgelegt von Friedrich Windisch. Zeuge bis zum Tod – Das Martyrium des Polykarp„Der Prokonsul ermahnte den Bischof Polykarp in Smyrna: „Nimm Rücksicht auf dein Alter! Schwöre beim Glück des Kaisers, sprich ‚Fort mit den Gottlosen!‘ lästere Christus, und ich lasse dich frei!"Da sprach Polykarp: „86 Jahre diene ich IHM, und ER hat mir nie ein Leid getan, wie kann ich meinen König lästern, der mich erlöst hat?" Der Prokonsul drohte: „Wilde Tiere stehen mir zur Verfügung, denen lasse ich dich vorwerfen, wenn du nicht nachgibst!" Er aber sprach: „Rufe sie herbei!" Noch einmal wandte sich der Prokonsul an ihn: „Wenn du die Tiere nicht achtest und hartnäckig bleibst, so lasse ich dich vom Feuer verzehren!" Polykarp sprach: „Du drohst mir mit Feuer, … Du weißt nichts von dem Feuer des zukünftigen Gerichts und der ewigen Strafe, das den Gottlosen bestimmt ist. …" – Da schickte der Prokonsul einen Herold ab und ließ in der Mitte der Arena dreimal ausrufen: „Polykarp hat sich selbst als einen Christen bekannt!"… Die Menge holte eilends … Holz und Reiser herbei. Als nun der Scheiterhaufen errichtet war, legte Polykarp seine Oberkleider ab. Sie banden ihn fest. Dann betete er: „HERR Gott, Vater deines geliebten Sohnes Jesus Christus, … ich preise Dich, dass du mich dieses Tages und dieser Stunde gewürdigt hast, so dass ich unter der Zahl der Märtyrer am Kelche Deines Sohnes teilhaben darf!" (kleine Pause) Dann zündeten die Männer das Feuer an."  Der Hebräerbrief und seine EmpfängerDer Autor des Hebräerbriefes hat unter der Leitung des Heiligen Geistes die eingangs gehörten Worte niedergeschrieben. Sie galten zunächst den Judenchristen, die wegen ihres Glaubens an Jesus Christus im 1. Jahrhundert nach Christus stark verfolgt wurden. Unter dieser Gruppe waren auch Juden, die von dem Evangelium von Jesus Christus angezogen waren. Das hing auch damit zusammen, dass Menschen von schlimmen Krankheiten geheilt und andere von dämonischen Mächten befreit wurden. Einige der Empfänger haben – so heißt es in unserem Bibelabschnitt „die himmlische Gabe geschmeckt und Anteil bekommen am Heiligen Geist“. Sie haben – wie es weiter heißt – „… das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt geschmeckt.“ (Hebräer 6,4-5) Vielleicht denkt der Schreiber daran, dass einige Empfänger seines Briefes einige Wunder von Jesus selbst erlebt haben. Vielleicht denkt der Autor auch an Pfingsten zurück, als Gott Seinen Heiligen Geist ausgegossen hat.  Die Gefahr des Abfalls vom GlaubenOffenbar waren einige der Briefempfänger noch nicht bereit, Jesus ungeteilt nachzufolgen. Sie konnten die Grundaussagen der Lehre von Christus nicht verstehen, weil sie Gottes Wort nicht im Alltag umgesetzt haben. Sie wurden heftig verfolgt, wie Polykarp, von dem ich eingangs sprach. Einige waren versucht, vom Glauben abzufallen und das Gericht Gottes auf sich zu ziehe

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May 11, 2026
Das dreifache Amt Christi

Der Bibeltext Hebräer 4,14-5,10 – ausgelegt von Marion Christa Nickel. Das dreifache Amt Christi: Prophet, Priester und KönigDas dreifache Amt Christi als Priester, König und Prophet zeigt das Erlösungswerk von Jesus Christus. Als der Prophet Gottes liegt der Fokus von Jesus in der Verkündigung der Heilsbotschaft.Ein Gnadenangebot, das an keine menschliche Vorleistung gebunden ist. Jesus verkündigt nicht nur das Wort Gottes. Er ist selbst das Wort Gottes. In seinem Amt als Prophet redet er prophetisch über das nahegekommene Reich Gottes und seine eigene Rolle im künftigen Königreich.  Der Bund, die Sünde und das OpfergesetzZur Zeit Moses basiert der Bund zwischen Gott und dem Volk Israel auf Segen und Gehorsam. Im Bundesschluss verspricht Gott Beistand und Segen, während das israelische Volk sich verpflichtet, nach Gottes Geboten zu leben.Doch die gute Beziehung zwischen Gott und dem Volk wird immer wieder aufs Neue beeinträchtigt durch Versäumnis oder Missachtung seiner Anweisungen.Diese Verstöße gegen den Bundesschluss nennt die Bibel Sünde. Gott ist so heilig und vollkommen rein, dass menschliches Versagen zu einer Trennung von Gott führt.Um die Schuld zu tilgen und zurück in die heilige Gegenwart Gottes zu kommen, ist das Opferblut von reinen, makellosen Tieren, von Stieren, Schaf- oder Ziegenböcken im Gesetz vorgeschrieben. Sie starben stellvertretend für die Schuld des Menschen. Der Schuldige musste das Tier selbst töten. Um Sühnung der Schuld und Vergebung von Gott zu erwirken, sprengte der Priester das Blut dann an den Opferaltar und das Opfertier wurde auf dem Altar verbrannt.Dieser Opferdienst ist ein Hinweis, eine Prophetie auf das, was Jesus Christus für die Menschheit getan hat. Durch sein reinigendes Blut erwirkte er Sühne für die Übertretungen gegenüber Gott, um damit den Menschen vor dem Tod zu retten. Denn jeder einzelne Mensch, der in diese Welt hineingeboren wird, ist verdammt aufgrund der Sünde Adams, des ersten Menschen.Der Apostel Paulus schreibt im Römerbrief Kapitel 6: Der Sünde Lohn ist der Tod. Nur durch Blut kann Sünde vor Gott vergeben werden. Auch Paulus zeigt damit die Notwendigkeit eines Opfers, um Gnade und Reinigung zu erlangen und ein Weiterleben zu ermöglichen.Die aaronitischen Priester damals sind die Mittler zwischen Volk und Gott und mit der Aufgabe des Opferdienstes beauftragt. Als sündhafte Menschen mussten sie auch für sich selbst opfern.Im Hebräerbrief, Kapitel 9,22 lese ich: „Und es wird fast alles mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne dass Blut ausgegossen wird, geschieht keine Vergebung.“Blut durchpulst meinen Körper, macht mich lebensfähig. Deshalb das Gebot des stellvertretenden Tieropfers, um mit Gott wieder versöhnt zu werden.  Jesus Christus – der vollkommene HohepriesterDer Hebräerbrief zeigt, wie Jesus Christus die Hohepriester des Alten Bundes bei

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May 10, 2026
Zur Ruhe kommen

Der Bibeltext Hebräer 4,1-13 – ausgelegt von Traugott Farnbacher. 1. Die Verheißung der Ruhe GottesZur Ruhe aus und in Gott kommen – dieser Gedanke durchzieht unsere Verse wie ein roter Leitfaden. Wie ein faszinierendes Sehnsuchts-Ziel oder einen rettenden Raum beschreibt sie der Hebräer-Brief. Wir besitzen sie noch nicht, haben diesen Zustand noch nicht erreicht. Schon im Alten Testament war dies ein wichtiges Anliegen: Gott verheißt es und die Gläubigen bewegt die Hoffnung, dahin zu kommen. Uns Christen ist verheißen, in diese Ruhe eingehen zu dürfen; bei ungläubiger Verweigerung des Willens Gottes und seiner Heilsbotschaft können wir diese aber verpassen. Ist es höchstes Ziel, in diese Ruhe der vollen Gemeinschaft mit Gott zu gelangen, so doch kein Automatismus, als müsse unsere Wanderzeit doch dort enden. Wir können das verfehlen, sagt der Hebräerbrief, der für manch strenge Aussagen über den Weg des Glaubens an Jesus Christus bekannt ist. Nichts jedoch kann Gottes Zusage infrage stellen, dass diese Gottesverheißung gültig bleibt oder aber, dass dies alles nur Ergebnis harter menschlicher Mühe sei.  2. Das menschliche Sehnen nach Ruhe und Gottes schöpferisches WirkenGehören Sie zu den Menschen, die immer aktiv, voll beschäftigt sein müssen – oder sehnen sie sich öfters nach Orten und Zeiten der Stille? Manchmal kommen wir in der Tat alle an Grenzen; da können oder wollen wir nicht mehr. Endlich mal Ruhe, stressfrei, es gut sein lassen. Auch Glaubenskämpfe können müde machen, zumal wenn uns Menschen oder Erfahrungen von außen oder innen her in Zustände von Unruhe versetzen. Die Bibel kennt uns Menschen gut und weiß, dass stimmt, was der Kirchenvater Augustin später so beschrieb: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir.“Wäre Gott nur ein Herzens-Wunsch, so würde der uns nichts nutzen und nichts bewirken. Der Hebräer-Brief dagegen zeigt uns den heiligen Gott, dessen Wirken vom Anbeginn der Schöpfung an alles durchwaltet und weiter gestaltet. Seinem genialen Schaffen verdankt sich alles und ist zudem Vorbild für uns. Denn auch Gott ruhte von seinen Werken – nämlich am siebten Tag.  3. Gottes Reden durch die Geschichte – vom Ungehorsam zum HörenIn den langen Perioden der Auflehnung, des Ungehorsams gegen diesen Gott war die Tür in diese Gottes-Ruhe verschlossen. Der Hebräerbrief-Schreiber mahnt daher seine Leser, neu darauf zu hören, wie Gott in der Geschichte an seinem Volk gehandelt hat. Unter Josuas Einführung ins Land der Verheißung war diese Ruhe noch nicht eingetreten. Und dem David wurde gesagt: „Heute, so ihr seine Stimme hört, dann verstockt euer Inneres nicht.“ Dass diese Stimme nie verstummte, dass Gott immer neu zu den Seinen sprach – eine sehr wohltuende Erkenntnis, mehr noch: Hinweis darauf, dass das Stimmengewirr, manch sinnloses Geplapper inklusive, nie das mächtige heilige Reden Gottes übertönen können.  4. Noch unterwegs

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May 9, 2026
Vertrauen - Dankbarkeit - Lobpreis

Der Bibeltext Psalm 95 – ausgelegt von Stefan Liebenberg. Ein Festpsalm – Einladung zum fröhlichen LobpreisPsalm 95 ist ein „Festpsalm“, ein Psalm, der die Gläubigen seinerzeit vermutlich zu einem großen Festgottesdienst am Jerusalemer Tempel eingeladen hat.Der Psalm beginnt mit der Einladung: „Kommt herzu!“ Und so stelle ich mir vor, wie sich die Festgemeinde am Tempel versammelt, aber nicht in stiller Andacht, sondern laut rufend, jubelnd, singend Gott lobpreisend. Im Psalm heißt es: „Lasst uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils!“ Eine Einladung also zum fröhlichen Lobpreis!Und dann folgt ein Vers, der für mich von grundlegender Bedeutung ist – die Aufforderung zum Dank: „Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen!“  Dankbarkeit und Demut – Grundhaltungen des GlaubensWarum ist mir das so wichtig? Dank ist für mich eine ganz wesentliche Grundhaltung. Dankbarkeit entsteht da, wo ich erkenne, dass mir Gutes widerfahren ist, aber nicht aufgrund eigener Leistung, sondern weil mir jemand anderes geholfen, mich unterstützt, begleitet hat. Wer dankt, sieht die eigene Bedürftigkeit, erkennt mit Demut, dass wir einander brauchen. Wer dankt, macht aber auch die freudige Erfahrung, auf die Hilfe und Unterstützung anderer bauen zu können, dass wir nicht alleine sind. Und hier: Ich habe Gutes empfangen – nicht aus eigenem Verdienst, sondern aus der Gnade Gottes. „Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen!“Das Gute ist sehr vielfältig, kann ein persönlicher Erfolg oder Glücksfall sein, aber zum Beispiel auch das wohltuende Zusammensein mit anderen Menschen oder einfach auch ein wunderbares Naturerlebnis. Oder ganz einfach: Dass ich nicht alleine bin, dass Gott mich sieht und begleitet. Und wer dafür Dankbarkeit in Demut empfindet, kann dann tatsächlich mit großer Freude „dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils“, wie es im Psalm heißt.Und weiter: „Er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand“.Ein weiterer Grund, Gott zu danken: Die Gläubigen können sich von Gott führen lassen wie die Herde vom Hirten. Ich kann ihm rundum vertrauen. Und wer Gott vertraut, findet den richtigen Weg: „Wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand.“Und so baut eins aufs andere auf: Vertrauen – Dankbarkeit – Lobpreis.Mit dieser wunderbaren Botschaft könnte der Psalm an dieser Stelle eigentlich enden.  Gottes Warnung: Das verstockte Herz und die Gefahr des IrrwegsAber nein, überraschend kommt nun Gott selbst zu Wort, mit einer deutlichen Warnung – so als ob der Euphorie, der Begeisterung, dem Jubel und der Freude aus dem ersten Teil dieses Psalms nicht ganz zu trauen ist. Und tatsächlich: Gemeinsamer Gesang, gemeinsamer Jubel, gemeinsames Gebet in einer großen Gruppe kann Euphorie auslösen, Freude und Glücksgefühl. Aber was ist, wenn ich dann wieder alleine

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May 8, 2026
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Der Bibeltext Hebräer 3,7-19 – ausgelegt von Rainer Kroninger. Zwischen Lob und Abwehr – der innere Kampf mit VeränderungMich lässt jedes noch so kleine Lob aufhorchen. Doch kritische Töne oder gar Vorwürfe bringen mich in Anspannung. Da gehe ich erst mal auf Abwehr. Das kennen Sie sicher auch. Manche Ermahnungen von Eltern oder Lehrern habe ich erst viele Jahre später begriffen. Sie erst dann beherzigen können. – Paulus weiß um diese inneren Sperren. Deshalb redet er damals die Judenchristen am Beginn dieses 3. Kapitels mit einem eindringlichen „meine lieben Brüder" an.Ja, eindringlich sind seine Worte. Es ging für die Christen damals um entscheidende Veränderungen. Um eine eindeutige, klare Lebensausrichtung auf Jesus Christus. Sie waren mit den Vorstellungen des Alten Testaments aufgewachsen. Doch jetzt, mit Jesus Christus, hatte Gott ihnen dieses neue Geschenk seiner Liebe vor Augen gestellt: In Jesus, dem lebendigen Wort, bietet Gott allen Menschen Versöhnung und Leben an. Er ist das Licht, das uns nun klar und hell die Vaterliebe Gottes und unsere Liebe zu den Mitmenschen aufscheinen lässt. – Auch ein heutiger Christ muss alte Denkmuster verlassen!Neues dürfen wir in der Nachfolge Jesu wagen. Nicht auf innere Abwehr soll ich gehen. Nicht doch die alten Gewohnheiten weiterführen. Hören, sich öffnen für feste Nachfolgeschritte, im Vertrauen auf Christus! Darum geht es!  Der Ruf des Heiligen Geistes – damals wie heuteGottes Geist selbst ruft uns dazu auf – damals wie heute. In die tägliche Entscheidung ruft uns der Heilige Geist. Fragt nach der Bereitschaft unserer Herzen. So wie einst Jesus selbst es tat: Wenn er zu den unterschiedlichsten Menschen sagte: „Folge mir nach!"Sie und mich erreichen heutzutage jede Menge fremde Stimmen. Solche auch, die Unzufriedenheiten verstärken; und uns angeblich einfache Lösungen anbieten. Dass es schwierige Zeiten und auch empfindliche Einschränkungen geben kann, wird verschwiegen. Das scheint viele in Verwirrung zu bringen. So wird in uns der Zweifel oder die Unzufriedenheit verstärkt.Die feste Zuversicht und den richtigen Halt behalten wir, wo wir dem Ruf Jesu vertrauen: Er allein soll unser Leben leiten. Er ist wichtiger als alle selbsternannten Herren. Ihm zu folgen, gibt uns die Sicherheit, nicht im Meinungsbrei unserer Zeit zu versanden.  Wenn Gott den Rücken gekehrt wird – ein Blick in den Spiegel der ZeitIch habe das 7. Lebensjahrzehnt überschritten. Und eine Menge Zeit- und Modetrends kommen und gehen sehen. Leider auch mit ansehen müssen, dass wichtige Lebenswerte wie Treue und Wahrhaftigkeit eingeebnet werden. Menschen aus meinem Umfeld haben sich vom Vertrauen auf Christus herausgewunden. Sich bequemere Lebenswerte zurechtgelegt.Ja, ich kann den Schmerz gut verstehen, wenn der Heilige Geist hier die Enttäuschung Gottes beklagt: „Vierzig Jahre haben sie jeden Tag erlebt, dass ich sie durch die

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May 7, 2026
Was ist das Besondere an Jesus Christus?

Der Bibeltext Hebräer 3,1-6 – ausgelegt von Ade Gärtner. 1. Mose und Christus – Wer hat die höchste Autorität?Wer ist die höchste Autorität, wenn es um den Glauben und um Gott geht? Unser Bibeltext beschäftigt sich mit der Frage, ob Mose oder Christus höher ist. Wem soll größere Ehre zuteilwerden? Das ist wohl damals eine Frage bei den Adressaten des Hebräerbriefes – vermutlich eine jüdisch-christliche Gemeinde. Für den jüdischen Glauben ist Mose die höchste Instanz, weil er der Geber des Gesetzes, der Thora, der umfassenden Weisung und Ordnung des religiösen Lebens im Volk Gottes ist. Ihm hat sich Gott persönlich offenbart und seinen Namen mitgeteilt: Jahwe. Er wird so übersetzt: „Ich werde sein, der Ich sein werde.“ „Ich bin, der ICH bin.“ Oder „Ich bin da für euch! ICH bin mit euch!“So hat ihn Mose persönlich kennengelernt. Auf dem Berg Sinai hat dieser Gott Jahwe während des Auszugs des Volkes der Hebräer aus der Sklaverei in Ägypten, eben diesem Mose, die Zehn Gebote offenbart. Gott hat sich dabei selbst vorgestellt: „ICH bin der HERR – Jahwe – der euch aus Ägypten, aus der Knechtschaft geführt hat. Ihr sollt keine anderen Götter neben mir haben.“ Mose ist Führer aus der Sklaverei und wird zum Empfänger und Vermittler dieser Offenbarung Gottes an sein Volk. Er wird „der Prophet“ genannt. Mose ist ein ganz Großer im Alten Testament und für den jüdischen Glauben.Nun lese ich im Hebräerbrief, Kapitel 3, Vers 3: „Jesus ist aber größerer Herrlichkeit wert als Mose, so wie der Erbauer des Hauses auch größere Ehre hat als das Haus.“ Das Bild leuchtet ein: der Hausbauer ist wichtiger als das Haus selbst. Es entsteht nach seinen Vorstellungen und Möglichkeiten. Er baut es sich so, wie er es gerne haben und bewohnen will.  2. Jesus als Hohepriester – Der Mittler zwischen Gott und MenschNun: worin ist Jesus größer als Mose? Jesus hat wie Mose auch Werte vermittelt und im Grunde die alttestamentlichen Gebote noch einmal dichter gefasst als die Zehn Gebote. Er hat das Doppelgebot der Liebe aus dem Alten Testament übernommen und es etwas ergänzt. Jesus hat gesagt, der Kern des Willens und Gebotes Gottes ist das Liebesgebot, und zwar dreifach: „Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen und deinen Nächsten wie auch dich selbst.“ Im Grunde ist dies nichts wirklich Neues, nur noch einmal neu gesagt von Jesus. Worin ist dann Jesus größer?In Vers 1 wird Jesus den Christen, die diesen Hebräerbrief erhalten, vor Augen gemalt: „… die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung, schaut auf den Apostel und Hohepriester, den wir bekennen, Jesus.“ Was schon in Hebr. 2,17 steht, wird in Kap. 7 später entfaltet: Jesus ist DER Hohepriester.Nun, was ist der Hohepriester? Ganz einfach: der jeweils höchste der Priester. Der soll die Aufgabe haben als Ver-Mittler zwischen Gott und seinem Volk zu wirken und in das Allerh

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May 6, 2026
Ähnlichkeiten

Der Bibeltext Hebräer 2,11-18 – ausgelegt von Peter Ruppert. Die Bibel – ein Buch aus einer anderen WeltNeulich hörte ich einen Satz eines Theologen: „Die Bibel ist zwar für dich, aber sie ist nicht zu dir geschrieben.“Sie ist in Sprachen geschrieben, welche über Ausdrucksformen durch die jeweilige Grammatik verfügen, die wir nicht eins zu eins in unsere Sprache übersetzen können. Zudem spricht die Bibel eine Gedankenwelt, ein Mindset eines Volkes an, welches wir heute nicht mehr ohne Weiteres verstehen. Ein Bsp.: Jemand sagt: „Ich fahre demnächst in den „Big Apple“.“ Viele heute wissen, dass damit die Stadt New York gemeint ist. Kennt man diesen Ausdruck aber auch noch in 500 Jahren?So ist es auch mit der Haltung und Denkweise des Volkes Israel, der Juden zur Zeit Jesu. Wenn ich also verstehen will, was der Autor sagen möchte, ist es unerlässlich, mich mit der Denkweise und dem Weltbild der damaligen Zeit zu beschäftigen. Hier hat ein amerikanischer Theologe, Dr. Michael Heiser in seinem Buch „The unseen realm“, das unsichtbare Reich aus meiner Sicht gute Grundlagen gelegt.  Schöpfung, Sündenfall und die unsichtbare WeltNach Heiser ist der Garten Eden im Schöpfungsbericht ein realer Ort. Der Garten Eden ist aber auch ein Bild für einen Ort, an dem Gott ist. Es ist warm, ausreichend Nahrung, Wasser, etc. sind vorhanden. Hier ist das Leben in Fülle. In altertümlichen Kulturen sind Gärten, aber auch Berge der Aufenthaltsort Gottes oder der Götter. Gleichzeitig leben aber auch Menschen im Garten Eden. Heiser beschreibt eine Dimension, in der sich die geistliche Sphäre, der Ort an dem Gott lebt und die uns bekannte Welt überschneiden. Beide haben Zugang zueinander. Durch den Sündenfall, dem Ungehorsam der Menschen Gott gegenüber, werden diese Sphären voneinander getrennt. Der Mensch hat keinen direkten Zugang mehr zu Gott und damit zum Leben mit ihm.Zudem erschuf, nach Heiser, Gott vor den Menschen Geistwesen. Sie werden in der Bibel oft als Engel bezeichnet, aber auch als Götter – hebräisch „elohim“. Gott selbst sucht sich ein eigenes Volk. Angefangen bei Abraham, aus dem das Volk Israel entsteht. Diese Engelwesen, die zu Göttern werden, missbrauchen allerdings ihre Macht und wollen selbst angebetet werden. Sie regieren nicht im Sinne Gottes, sondern behandeln Menschen ungerecht. Sie lassen sich nichts sagen. Diesen Machtmissbrauch verspricht Gott zu richten. Nachzulesen im Psalm 82.Gott verspricht aber auch die Beziehung zwischen ihm und den Menschen wiederherzustellen, so dass wieder eine reale Begegnung zwischen Gott und Mensch stattfinden kann. Unsere Welt ist durch Tod und Sünde quasi verunreinigt. Wo Gott ist, ist das Leben und nicht der Tod. Es braucht Sühne. Gott bietet durch ein Opfersystem einen Zugang zu ihm an, schon für sein Volk Israel, für uns. Auf diesem Grundsatz beruht dann das ganze Opfersystem des Volkes Israel, bzw. später der Kreuzestod Jesu. Nur durch

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May 5, 2026
Auf dem Weg mit Jesus

Der Bibeltext Hebräer 2,1-10 – ausgelegt von Renate von Boddien. Jesus Christus: Ihm ist alle Macht gegebenIn unserem Bibelabschnitt wird betont, dass Gott seinem Sohn Jesus Christus alle Macht gegeben hat – im Himmel und auf Erden. Alles hat Gott Jesus unterworfen, die Gegenwart und auch die zukünftige Welt, alle Menschen, alle Engel und Gewalten. Gott hat ihn nur für kurze Zeit unter die Engel erniedrigt – als Jesus als Mensch auf Erden lebte.Wichtig ist die Aussage, dass Jesus auch Macht über alle Engel gegeben ist. Denn manche Menschen verehren ja Engel und beten sie an. Doch Engel sind Boten Gottes, die nur seine Botschaften überbringen. Im Lukasevangelium, Kap. 1 wird bspw. berichtet, dass Gott den Engel Gabriel zu Maria sandte, um ihr die Geburt Jesu und einige Verheißungen über sein Leben anzukündigen. Zuvor war der Engel Gabriel zu Zacharias gesandt worden, um ihm die Geburt seines Sohnes Johannes (des Täufers) anzukündigen. Dies gehörte zu Gottes Heilsplan für uns. Insofern gebührt Gott die Ehre und Anbetung und nicht den Engeln.  Gottes Heilsplan: Rettung durch Glauben, nicht durch gute TatenJesus erläutert Gottes Heilsplan bspw. indem er sagt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn Jesus Christus hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt geschickt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.“ (Johannes 3,16–17).Deutlich wird hier: Gott tat dies aus Liebe zu uns, damit wir gerettet werden! Und: Jesus ist unser Retter – nicht die Engel. Entscheidend ist daher unser Glaube an Jesus und an Gott. Manche Menschen glauben, gute Taten reichen aus. Sie meinen, wir können uns dadurch unsere Rettung und ewiges Leben selbst „verdienen“. Wer Jesu Worte ernst nimmt, erkennt jedoch: Das ist ein Irrglaube!Die Verse 1–5 im Hebräerbrief, Kap. 2 ermahnen uns, aufmerksam darauf zu achten, was wir von Jesus gehört haben und was die Zeitzeugen bestätigt haben. Gott selbst hat dies durch Zeichen und Wunder und Gaben des Heiligen Geistes bezeugt. Wie können wir das umsetzen?In meinem Bibelkreis beschäftigen wir uns seit Längerem mit dem Thema: Was sagt die Bibel über Jesus? Was sagt Jesus selbst über sich, was sagen andere über ihn? Die meisten Quellen dazu befinden sich ja im Neuen Testament in den vier Evangelien, in der Apostelgeschichte, in den Briefen und in der Offenbarung. Wir haben uns dafür entschieden, die Abschiedsworte Jesu an seine Jünger im Johannesevangelium, Kapitel 13–17 zu studieren. Dieser Bibelabschnitt ist eine wahre Fundgrube zu diesem Thema und sehr empfehlenswert. Denn Jesus erläutert hier nochmal in konzentrierter, knapper Form seine wichtigsten Botschaften und Weisungen. Hier verdeutlicht er bspw. auch seine Sendung als Retter der Welt.  Das Leiden Jesu – unser Heil wurde teuer erkauft</h2

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May 4, 2026
Jesus Christus - der wahre Hohepriester (2)

Der Hebräerbrief als Schlüssel zum Bibelverständnis Die Bibel der Urkirche war das Alte Testament. Das Neue gab es noch nicht. Aus dem Alten Testament zitierten Jesus und Paulus und alle übrigen Autoren des Neuen Testaments, auch der Schreiber des Hebräer-Briefes. Gäbe es den Hebräer-Brief nicht, hätten wir es schwerer, Altes und Neues Testament zu verstehen und miteinander zu verknüpfen. Denn der Hebräer-Brief bezieht das alttestamentliche Geschehen zwischen Gott und seinem Volk Israel auf Christus. Somit liefert der Hebräer-Brief einen Schlüssel für das Verständnis biblischer Zusammenhänge.   Psalmen, Propheten und die Erhabenheit Jesu über die Engelwelt In unserem Text werden sechs verschiedene Psalmen-Stellen zitiert und eine aus dem 2. Buch Samuel. In ihnen wird die Erhabenheit Jesu über die Engel-Welt bezeugt. Dabei ist in den zitierten Stellen von Jesus in direkter Form gar nichts zu lesen. Diese Deutung wird vom Schreiber des Hebräer-Briefes hineingetragen, was aber durchaus legitim ist, denn bereits die jüdischen Rabbiner kannten schon diese Auslegungstradition. <p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-b

7 min
May 4, 2026
Jesus - erhaben über die Engel

Andreas Hornung über Hebräer 1,5-14. Der Hebräerbrief als Schlüssel zum BibelverständnisDie Bibel der Urkirche war das Alte Testament. Das Neue gab es noch nicht. Aus dem Alten Testament zitierten Jesus und Paulus und alle übrigen Autoren des Neuen Testaments, auch der Schreiber des Hebräer-Briefes.Gäbe es den Hebräer-Brief nicht, hätten wir es schwerer, Altes und Neues Testament zu verstehen und miteinander zu verknüpfen. Denn der Hebräer-Brief bezieht das alttestamentliche Geschehen zwischen Gott und seinem Volk Israel auf Christus. Somit liefert der Hebräer-Brief einen Schlüssel für das Verständnis biblischer Zusammenhänge.  Psalmen, Propheten und die Erhabenheit Jesu über die EngelweltIn unserem Text werden sechs verschiedene Psalmen-Stellen zitiert und eine aus dem 2. Buch Samuel. In ihnen wird die Erhabenheit Jesu über die Engel-Welt bezeugt. Dabei ist in den zitierten Stellen von Jesus in direkter Form gar nichts zu lesen. Diese Deutung wird vom Schreiber des Hebräer-Briefes hineingetragen, was aber durchaus legitim ist, denn bereits die jüdischen Rabbiner kannten schon diese Auslegungstradition.Selbst Jesus lehrte seine Jünger, welche Stellen in den Psalmen, Schriften, Propheten und den Mose-Büchern sich auf Ihn beziehen. Nur im Verknüpfen von Bibelstellen Alten und Neuen Testaments wird uns das Verständnis der Heiligen Schrift aufgeschlossen. Deshalb ist ein Parallelstellenstudium außerordentlich hilfreich und zu empfehlen. Es wird uns die biblische Lektüre spannender gestaltenund ihr viele Geheimnisse entlocken.  Biblische Engel und esoterische Engelsbotschaften – ein kritischer VergleichUnser Text redet von Engeln, die in der heutigen Zeit auch wieder in den Fokus des Interesses gerückt sind, und zwar in der Esoterik. Esoteriker wissen von einer spirituellen Welt, auf die man sich einstellen muss, wenn das Leben gelingen soll.Engelsbotschaften werden verbreitet, die voller Weisheit und Liebe sind und den Menschen Halt und Lebenshilfe geben wollen. Oft ähneln sie den Botschaften der Bibel so sehr, dass man nicht weiß, wo Wahrheit aufhört und womöglich Verführung anfängt.Ein Merkmal der Unterscheidung ist, dass die Engel in der Bibel Gott unterstellt sind und von Ihm ausgesandt werden, wie es auch in unserem Text gesagt wird. Sie kommen nur, wenn Gott sie sendet und nicht wenn die Menschen sie rufen. Die Engel der Esoterik hingegen agieren unabhängig und eigenständig.Die biblischen Engel sind Jesus unterstellt – auch schon schöpfungsmäßig, denn Jesus ist göttlicher Natur – sie hingegen sind geschaffene Wesen.Im Kolosser-Brief wird Jesus als der Schöpfer der sichtbaren und unsichtbaren Welt bezeichnet, also auch aller himmlischen „Mächte und Gewalten, Throne und Hoheiten“. Mit solchen Begriffen bezeichnet Paulus an vielen Stellen die Engel-Welt. Die Engel in der Bibel beten Gott an, wie es auch in unserem Text heißt, sie

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May 4, 2026
Jesus - erhaben über die Engel

Autor: Andreas Hornung Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

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May 3, 2026
Vater-Sohn Beziehung

Der Bibeltext Hebräer 1,1-4 – ausgelegt von Udo Schnell. Ein Bild von Nähe und VertrauenStellen Sie sich einen Vater vor, der seinem Kind das Fahrradfahren beibringt. Die Hände halten den Sattel, laufen mit, lassen los, greifen wieder zu. Kein großes Reden, sondern Nähe, Vertrauen, Geduld. Das Kind schaut nicht nach hinten, ob der Vater noch da ist – es spürt es. Diese stille Gewissheit trägt das Kind weiter, als seine Beine es können. Solche Momente prägen ein Leben oft tiefer als tausend Worte.Mitten in eine laute Welt hinein beginnt der Hebräerbrief: „Vielfaltig und auf vielerlei Weise hat Gott früher geredet.“ Gott ist nie sprachlos. Er hat gesprochen wie ein Vater, der sein Kind wachsen sieht und ihm Schritt für Schritt erklärt, wer er ist und wie das Leben gedacht ist. Propheten sind wie Wegweiser, Hinweise, liebevolle Korrekturen. Doch all dieses Reden bleibt Vorbereitung, Hinführung, Erwartung. Gott spricht durch den Sohn„In diesen letzten Tagen aber hat er zu uns geredet durch den Sohn.“ Gott redet nicht nur über sich – er zeigt sich in einer Beziehung. Der Sohn ist nicht ein Bote unter vielen, sondern der Geliebte, der aus dem Herzen des Vaters kommt.In Jesus sehe ich nicht nur Gottes Macht, sondern seine innigste Vaterliebe. Hier wird deutlich: Im Zentrum des Glaubens steht keine Idee, sondern eine Beziehung.Der Sohn, die Tochter, ist der Erbe/Erbin aller Dinge. Das sagt nicht nur etwas über seine Größe, sondern über das Vertrauen des Vaters. Ein Vater übergibt seinem Sohn, seiner Tochter, was ihm wichtig ist. Er legt Zukunft in seine Hände. Gott traut seinem Sohn alles zu. Und genau deshalb dürfen Sie sich ihm anvertrauen. Wer an Jesus Christus glaubt, lebt aus dieser Vater-Sohn-Beziehung heraus – getragen von einem Vertrauen, das größer ist als die eigene Angst, der eigene Unfriede. Der Sohn als Abglanz und TrägerDurch den Sohn hat Gott die Welt geschaffen. Das heißt: Die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist älter als die Welt selbst. Noch bevor es Menschen gab, gibt es diese Liebe. Darum ist Beziehung kein Nebenprodukt des Lebens, sondern sein Ursprung. Für menschliche Väter und Söhne und Töchter liegt hier ein leiser, aber kraftvoller Maßstab: Beziehung ist nicht Kür, sondern Kern. Präsenz, nicht Perfektion, schafft Leben.Der Hebräerbrief beschreibt den Sohn als Abglanz der Herrlichkeit Gottes und Ebenbild seines Wesens. Wie ein Sohn, eine Tochter, dem Vater ähnelt – manchmal im Lachen, manchmal im Gang, manchmal im Herzen – so zeigt Jesus, wie Gott ist. Nicht hart, nicht abwesend, sondern zugewandt. Ein Vater, der sich im Sohn erkennen lässt. Für menschliche Väter liegt darin eine Einladung: Kinder lernen nicht zuerst durch Erklärungen, sondern durch Vorbilder. Sie schauen, wer ich bin, nicht nur, was ich sage.Jesus Christus trägt alles mit seinem kräftigen Wort. Ein Vater trägt Verantwortung, manchmal schwerer, als W

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May 2, 2026
Jubel über Gott

Der Bibeltext Psalm 98 – ausgelegt von Jürgen Kern. Dank und Lob – Psalm 98 als Einladung zur FreudeDer Psalm 98 erzählt von der Dankbarkeit des Volkes Israel über Gottes wunderbares Handeln. Im Laufe seiner Geschichte hat Israel das immer wieder erlebt. Der Psalm 98 ist ein Ausdruck von großer Freude.So können auch Christen heute Gott loben und preisen für all die guten Dinge, die er uns zur Verfügung stellt. Wir sind von ihm gesehen, angenommen. Vertrauen wir ihm in allen Lebenslagen. Er behütet und versorgt gut. Ja, darüber will ich jubeln und Gott preisen, unseren Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde.Ich denke an eine Feier, ein Jubiläum oder eine goldene Hochzeit, an dem die Gäste das Ehepaar hochleben lassen. Kann ich so über Gott jubeln? Sehe ich die ganze Herrlichkeit, mit der er uns segnen will und die er uns zur freien Gestaltung zur Verfügung stellt?  Ein Schicksalsschlag und der Weg zurück ins LebenVor vielen Jahren traf mich ein Schicksalsschlag. Zu dieser Zeit gab es nichts mehr, für das ich dankbar sein konnte. Mir war klar, allen anderen geht es besser als mir. Als ich eines Tages über die Dächer meiner Stadt schaute, sah ich die vielen Lichter in den Häusern. Ich erkannte, dass hinter jedem Licht, hinter jedem Fenster, ein Mensch wohnt, der auch SEIN Päckchen zu tragen hat.An diesem Punkt angelangt, fing ich an, mit Gott zu beten. Nach und nach sorgte er dafür, dass ich wieder ins Leben zurückgefunden habe. Heute blicke ich dankbar zurück auf den Segen, den er mir zukommen lässt.Die Bibel spricht unzählige Male davon. Freut euch und ich sage noch mal, freut euch. Ja, es ist tatsächlich NICHTS selbstverständlich. Deshalb lasst uns diesen großen Gott feiern.Lasst uns Freude an ihm haben, an der Gemeinschaft mit ihm und dem Frieden, der dadurch in unser Herz eindringt. Lasst uns feiern mit Musik und Pauken. Wir haben Grund zur Freude.  Gott richtet – aber er verurteilt nichtDoch dann, am Ende des Psalms geschieht etwas Merkwürdiges. Am Ende spricht der Beter von Psalm 98 von Gott als Richter, sein Urteil ist unbestechlich und gerecht.Wenn ich diese Sätze auf mein Leben wirken lasse, trifft es mich wie ein Pfeil ins Herz. Ja, wenn Gott als Richter kommt, dann bin ich schuldig. Schuldig im Blick auf mein Fehlverhalten. Schuldig, weil ich ihm oft nicht vertraut habe. Und plötzlich verfliegt die Freude und der Jubel, über den ich am Anfang des Psalms gelesen habe.Doch, halt, ich schau doch lieber noch mal genauer hin. Es steht doch dort: Gott richtet. Es steht nicht dort: Gott verurteilt. Es steht auch nicht dort: Gott bestraft. Es steht da: Gott richtet. Wenn Gott richtet, ist sein Urteil unbestechlich und gerecht. Er wird mir und meinem Verhalten gerecht.Wenn ich Jesus vertraue, dann verurteilt mich Gott nicht, weil sein Sohn, Jesus Christus, dafür gestorben ist. Damit habe ich neuen Grund zum

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May 1, 2026
Regelmäßiges Gebet

Der Bibeltext Epheser 6,18-24 – ausgelegt von Rebecca Hamberger. Der Epheserbrief: Hintergrund und ThemenDas sind die letzten Verse aus dem Epheserbrief. Paulus schreibt diesen Brief, als er im Gefängnis sitzt. Er erzählt darin, wie sich die gute Nachricht entwickelt hat. Er hebt hervor, was Christus für die Gemeinde getan hat. Und beschreibt, wie sich das auf das Leben der Nachfolger Jesu und der christlichen Gemeinde auswirkt. Er schreibt von der Einheit der Gläubigen, die der Geist Gottes wirkt.  Die geistliche Waffenrüstung und das GebetIn den Versen vorher wird die geistliche Waffenrüstung beschrieben. Die Christen in Ephesus sollen sich mit Wahrheit, Gerechtigkeit und dem Evangelium des Friedens ausrüsten. Das Schild des Glaubens, der Helm des Heils und das Schwert des Geistes sind ebenfalls Teil der Ausrüstung. Und wofür? Damit sie geschützt sind und gegen die listigen Anschläge des Teufels bestehen können (Epheser 6,11). So können sie diese Angriffe überwinden. Wenn der Kampf gewonnen ist, können sie auch danach noch aufrecht stehen (Epheser 6,13 NL). Paulus schließt die Aufforderung an, intensiv mit Bitten und beharrlichem Flehen für alle Heiligen einzustehen. Genauso sollen die Leser des Briefes auch für ihn beten.Er fordert sie auf, allezeit mit Bitten und Flehen im Geist einzustehen; Gebete unter der Leitung und in der Kraft des Heiligen Geistes zu sprechen. Das sind nicht unsere eigenen Gedanken, sondern die Worte, die dem Willen des Vaters entsprechen.Paulus bestärkt sie „Allezeit mit Bitten und Flehen im Geist“ einzustehen. Allezeit, nicht nur sonntags, oder vor dem Schlafen gehen oder bei Problemen. Das Wort, das hier im Griechischen für „Allezeit“ verwendet wird, bedeutet „von Zeit zu Zeit“ im Sinne von regelmäßig. Folglich fortlaufend beten, zu jeder Zeit. Durch das beständige Gebet wird auch die geistliche Waffenrüstung eingesetzt. Ohne Gebet ist das nicht möglich.  Wachsam beten – das Beispiel HannasDurch das Gebet um Schutz wird Gott einen Schutzraum über und um den Betenden aufrichten. In den Versen davor wird deutlich, weshalb Gebet so wichtig ist. Auf diese Weise für meine Familie und meine Freunde im Gebet einzustehen, ist verständlich. Paulus sagt aber, Christen sollen für alle Heiligen beten. Was für ein Vorrecht, zu wissen: Ich brauche die andere Person nicht kennen, für die ich bete. Gott kennt die fremde Person bei ihrem Namen, er weiß, was sie braucht. Der Heilige Geist wird mir im Gebet Ideen schenken, wofür ich beten soll. Ich denke dabei gerade an die Christen, die verfolgt werden. Diese Geschwister brauchen besonders den Schutz Gottes, und dafür können wir uns im Gebet einsetzen. Auch Paulus bittet hier, dass alle, die den Brief lesen, für ihn beten. Sein Wunsch ist es, dass er „freimütig das Geheimnis des Evangeliums verkünden“ wird.Ein Wort, das mir noch aufgefallen ist, ist das Wort „wachen“. „Betet allezei

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Apr 30, 2026
Ein Zug, der losgefahren ist

Der Bibeltext Epheser 6,10-17 – ausgelegt von Stefan Schmidt. Der stille Druck des MitlaufensManchmal fühlt sich das Leben nicht wie ein Kampf an. Eher wie ein Zug, der längst losgefahren ist. Alle sitzen drin. Alle scheinen zu wissen, wohin es geht. Und Sie sitzen da und merken: Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier richtig bin. Es ist kein dramatischer Moment. Kein moralischer Skandal. Kein großes „Nein“. Eher dieses leise Gefühl: Alle machen es so – aber für mich passt es gerade nicht. Noch nicht. Vielleicht auch nie.Ich kenne solche Situationen. Momente von Gruppendruck. Momente von Erwartungen. Momente von Tempo, das andere vorgeben. Nicht, weil etwas offensichtlich falsch gewesen wäre. Sondern, weil mein Glaube noch anders war. Oder noch nicht so weit. Oder vielleicht war ich einfach vorsichtiger.Und genau da entsteht etwas, das ich selten so nenne – Paulus würde es einen Kampf nennen. Nicht gegen Menschen. Auch nicht gegen Meinungen. Sondern gegen etwas Unsichtbares.  Die Waffenrüstung Gottes – ein Bild für den inneren KampfIm Epheserbrief, Kapitel 6, schreibt Paulus: „Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr bestehen könnt.“Schon dieses Wort irritiert mich heute: Waffenrüstung. Also ein Helm, ein Schild und ein Schwert. Das klingt nach Schlachtfeld, nicht nach meinem Alltag.Aber Paulus meint keinen Krieg mit Fäusten. Er sagt es ausdrücklich: „Unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut.“ Also nicht gegen meine Kollegen. Nicht gegen meine Freunde. Und schon gar nicht gegen Menschen mit anderer Meinung. Der eigentliche Kampf, den Paulus hier meint, läuft tiefer in mir ab. In meinem Inneren. In meinen Gedanken. Und in den Stimmen, die mir sagen: Stell dich nicht so an. Mach es halt mit. Bleib nicht stehen, wenn alle weitergehen.Paulus schreibt seine Worte in eine Welt, die militärische Bilder sofort versteht. Die römischen Soldaten waren allgegenwärtig. Ihre Ausrüstung stand für Schutz, Disziplin und Standfestigkeit. Und genau dieses Bild greift Paulus auf – nicht um uns Christen zu Kriegern zu machen, sondern um uns etwas Entscheidendes zu sagen: Der christliche Glaube ist kein neutraler Raum. Er ist kein Wellnessbereich. Er steht unter Spannung.Aber – und das ist sehr wichtig – das Ziel ist nicht, zu siegen. Nicht, andere zu besiegen. Nicht, stärker zu sein als alle anderen.Paulus sagt immer wieder nur dieses eine Wort: stehen. „Damit ihr bestehen könnt.“ „Nachdem ihr alles ausgerichtet habt: bleibt stehen.“ „Standhalten.“ Nicht laufen. Nicht kämpfen. Nicht vorpreschen. Einfach Stehen. Das verändert alles. Denn stehen heißt: Ich muss nicht mehr können, als ich gerade kann. Ich muss nicht schneller glauben, als mein Glaube trägt. Ich muss nicht alles beantworten, um treu zu sein.Stehen heißt: Ich bleibe da, wo Gott mich hingestellt hat – auch wenn es wackelt.<br /

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Apr 29, 2026
Mitarbeiter gut geführt

Der Bibeltext Epheser 6,5-9 – ausgelegt von Claudia Volkmann. Der Kontext zum BibeltextIhr Knechte, gehorcht euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens, als dem Christus; nicht mit Augendienerei, um Menschen zu gefallen, sondern als Knechte des Christus, die den Willen Gottes von Herzen tun; dient mit gutem Willen dem Herrn und nicht den Menschen, da ihr wisst: Was ein jeder Gutes tun wird, das wird er von dem Herrn empfangen, er sei ein Sklave oder ein Freier. Und ihr Herren, tut dasselbe ihnen gegenüber und lasst das Drohen, da ihr wisst, dass auch euer eigener Herr im Himmel ist und dass es bei ihm kein Ansehen der Person gibt. (Schlachter)Die Bibel lehrt uns Gottes Leitlinien. Manche Kinder haben viel auszustehen. Dennoch lese ich im Epheserbrief, dass wir Vater und Mutter ehren sollen. Nicht immer so einfach! Wie sieht es in anderen Kontexten aus, z. B. mit Vorgesetzten im Beruf?  Erfahrungen mit Führung und RespektVor Jahren habe ich mich als Ausbilderin beworben. Als ich zum Vorstellungsgespräch erschien, konnte ich niemanden entdecken. Ich wartete, bis schließlich eine Frau hereinkam und mich anfuhr: „Was machen Sie denn hier? Ich habe Ihnen letzte Nacht geschrieben, dass Sie nicht kommen sollen!“ Vor mir stand die Chefin. Eine weniger attraktive Begrüßung in einem Betrieb konnte ich mir kaum vorstellen. Respekt und Wertschätzung sollten wechselseitig gelten.Mitarbeiterführung beschäftigt mich nachhaltig. Es war mir eine Ehre, von kompetenten Führungskräften zu lernen, doch weniger fähige haben mich ebenfalls „geprägt“. Unter einigen hatte ich sehr zu leiden. Auch Vorgesetzte sind Menschen, sollten aus Fehlern lernen und ggf. um Entschuldigung bitten.Als Mitarbeiter innerlich ruhig zu bleiben, ist manchmal eine Herausforderung. Im heutigen Bibeltext höre ich von Knechten und Sklaven. Sie können sich keinen anderen Arbeitgeber suchen. Manch einer würde in solchen Situationen überlegen zu rebellieren. Das gab es schon zu „biblischen Zeiten“ in der Gemeinde in Ephesus.Folgende Fragen kommen mir in den Sinn:Wie kann ich mit Widerständen umgehen und selbst bei wiederkehrender Respektlosigkeit „von oben“ respektvoll bleiben?Wo bleibe ich mit meinen Emotionen, ohne aggressiv, verbittert oder depressiv zu werden?Aus welcher Quelle kann ich schöpfen, auch wenn Umstände oder Ungerechtigkeiten mich viel Kraft kosten?Im heutigen Bibeltext werden die Herren ermahnt, gut mit ihren Knechten umzugehen. Doch selbst, wenn das nicht geschieht, ist es gut, Gott von Herzen zu dienen und nicht nur oberflächlich sichtbar. Auch wenn ich jemanden fürchte, zählt meine Herzenshaltung.Hervorheben möchte ich an dieser Stelle, dass es in der heutigen Bibelstelle ausdrücklich nicht um Ehe geht. Hierzu wendet Paulus sich im Epheserbrief gesondert an Männer und Frauen (Epheser 6,1–4). Da geht es um einen gute

8 min
Apr 28, 2026
Eltern und ihre Kinder

Der Bibeltext Epheser 6,1-4 – ausgelegt von Rolf Jongebloed. Kinder und Eltern: Wenn Gehorsam schwerfälltVor mir sitzt eine Mutter mit ihrem Sohn. Der Junge soll täglich nach der Schule in unsere Einrichtung kommen. Nach dem Gespräch sagt sie zu ihrem Sohn: „Vielleicht bekommst du ja hier deine Aggressionen in den Griff“.Ich begleite den Jungen einige Jahre und habe tatsächlich nie erlebt, dass er aggressive Wutausbrüche hatte.Ein anderer Junge sagt beim Mittagessen: „Rolf, wenn ich zuhause randaliere und mein Zimmer kaputt mache, dann kommt doch die Polizei und bringt mich anschließend in eine nette Pflegefamilie?“ Am selben Abend hat er seine Idee in die Tat umgesetzt.Für beide Kinder war es schwierig, den Eltern Gehorsam entgegenzubringen, denn beide Kinder erlebten, dass sie in ihrem Zuhause zum Zorn gereizt wurden.  Gottes Ordnung für das FamilienlebenIm heutigen Bibeltext heißt es, dass es eine gute Ordnung gibt, die Gott uns gegeben hat, damit ein Familienleben gelingen kann und darüber hinaus auch noch gesegnet wird.Da Gott uns nicht nur kennt, sondern uns gewollt und geschaffen hat, hat er uns Menschen eine Ordnung mitgegeben, die maßgeschneidert ist für ein gutes Zusammenleben in der Familie. Die Kinder, die ihre Eltern ehren, erkennen an, dass ihre Eltern es gut mit ihnen meinen und sie sie zu eigenständigen Persönlichkeiten erziehen wollen.Ehre Vater und Mutter, darauf liegt in den 10 Geboten die erste Verheißung! Die Verheißung, die damit verbunden ist, gilt zuallererst einmal dem Volk des Alten Testamentes, also Israel, jedoch glaube ich, dass auch heute die Familien, die sich nach der Ordnung Gottes richten, gesegnet werden.Aber auch Kinder, die wenn sie zum Glauben kommen und anfangen, ihren Eltern anders zu begegnen, werden gesegnet. Auch, wenn die Eltern sich nicht für Jesus entscheiden.Auf dem letzten Willow Creek Kongress hörten wir davon, wie Gott segnet, wenn ein Mensch mit Jesus in Berührung kommt und seine Sichtweise ändert. Eine wirklich schlechte Vater-Sohn-Beziehung kommt wieder in Ordnung.Ich kann nicht voraussagen, wie Gott segnet, aber eins glaube ich: Gott segnet.Die Ordnung Gottes geht jedoch weiter, sie hat auch einen klaren Auftrag für die Eltern! Sie sollen ihre Kinder nicht zum Zorn reizen. Umso wichtiger ist es, dass Kinder so erzogen werden, dass sie ohne Angst ihren Eltern Gehorsam sein können, und das, wie es in unserem Text heißt, in dem Herrn! Wie wichtig ist es, dass unsere Kinder im Glauben an Jesus Christus erzogen werden.  Erziehung als Auftrag und AnspruchIch habe das große Glück, bis heute mit Kindern arbeiten zu dürfen. Früher in der Jugendhilfe und heute in einer Kindertagesstätte. Auf einer Klausur habe ich unsere Arbeit einmal in Auftrag und Anspruch eingeteilt. Der Auftrag ist klar definiert, diesen können wir im Niedersächsischen Kita-Gesetz nachlesen, aber unser

10 min
Apr 27, 2026
Paulus Thesen im gesellschaftlichen Minenfeld

Der Bibeltext Epheser 5,21-33 – ausgelegt von Thomas Klappstein. Was hat Paulus mit Ehe und Gemeinde gemeint?Ein heikles Thema im 21. JahrhundertUm es mit Römer 9, Vers 14a, einem Zitat des Apostels Paulus aus einem anderen Brief zu sagen: „Was wollen wir hierzu sagen?“Bei dem gesellschaftlichen Klima in unseren westlichen Breitengraden habe ich den Eindruck, ich begebe mich auf ein Minenfeld, wenn ich mich zu dem heutigen Bibelabschnitt aus dem Epheserbrief äußere. Und jeder Satz meiner Ausführungen kann ein ideologisch besetztes Themenfeld zum Explodieren bringen. Ich weiß nur nicht, welcher.Kann ich das am Beginn des 21. Jahrhunderts tatsächlich noch für voll nehmen, was ein gewisser Theologe und Apostel Paulus da in der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. formuliert hat? Ist jemand, der nicht verheiratet war, berechtigt, so eine steile These für die Beziehung zwischen Mann und Frau aufzustellen? Darf der das?Und kann ich das in Zeiten der Emanzipation, von geschlechtlicher Gleichberechtigung, Frauen in Führungspositionen, Frauen in Staatsämtern usw. wirklich so stehen lassen?Fragen über Fragen, die sich mir da auftun.  Ein Blick zurück in die SchöpfungsgeschichteUnd wenn ich mich umschaue, wie unterschiedlich andere Menschen diesen Text deuten, bestätigt das meine Annahme. Aber ich mag diesen Gedanken:Vielleicht muss ich in der Heiligen Schrift mal ganz weit zurückgehen, ziemlich an den Beginn des Alten Testaments, um die Aussage von Paulus nachvollziehen zu können, der ja ein hochgebildeter Theologe war und sich daher intensiv in seinen Studien mit den Inhalten der damaligen „Bibel“ bzw. „Heiligen Schrift“, also dem Alten Testament, auseinandergesetzt hat.Das sind die Texte und dadurch verursachten Bilder, die Paulus im Kopf hatte. Und die flossen dann auch in seine schriftlichen Ausführungen an unterschiedliche Gemeinden zum sich gerade in direkter Linie zum Alten Testament entwickelnden Christentum ein. Die wiederum im Neuen Testament mündeten. Auch in seine Meinung und Haltung zu Mann und Frau und sich daraus resultierenden Partnerschaften. Auf den ersten Seiten des Alten Testaments, im 2. Kapitel des 1. Mosebuches, wird in interessanten Bildern berichtet, wie Gott den Menschen geschaffen hat. Der zuerst auch nur als Mensch bezeichnet wird. Aber die Beschreibung lässt darauf schließen, dass es sich wohl um ein Wesen handelt, das ich heute als männlich bezeichnen würde. Und wie ihm dann eine Gehilfin zur Seite gestellt wird, die aus der Rippe des ersten Menschen oder damaligen Mannes geformt wird. Hört sich phantastisch an, ich weiß. Aber so steht es am Anfang der Bibel geschrieben. (1. Mose 2,21–22)Vielleicht kann ich mir das so vorstellen:„Da liegt er mitten am Tag auf dem weichen Waldboden und schläft tief und fest. Die Geräusche der herumlaufenden Tiere, das Zwitschern der Vögel, das Rauschen der Blätter –

8 min
Apr 26, 2026
Das Leben im Licht

Der Bibeltext Epheser 5,15-20 – ausgelegt von Heike Knauff-Oliver. Begegnung in einer Hütte in Namibia… Kinderlachen, Frauen, die sich angeregt unterhalten und dabei Perlen einfädeln. Hühner picken noch ein paar Reiskörner auf, die von der Essensausgabe an die vielen Kinder übriggeblieben sind. Ein Straßenhund hat es sich in einer Ecke der kleinen Hütte bequem gemacht, um sich vor der heißen Sonne Afrikas zu schützen. Ich sitze in einer Hütte in dem Township, einer Stadt in Namibia, und beobachte dieses Geschehen: „Wie kann man nur so leben und dabei noch so gut gelaunt sein?“, stelle ich mir die Frage in Gedanken.Katharina, die Besitzerin der Hütte, hat hier Frauen mit ihren Kindern aufgenommen, die unter häuslicher Gewalt leiden – die sonst keine andere Bleibe haben. In diesem Umfeld fühlen sie sich wohl und geschützt. Die Hütte ist überwiegend aus Brettern und Pappe zusammengezimmert – für unsere westlichen Wohnverhältnisse unvorstellbar, hier zu leben. „Wir dürfen hier nicht mit festen Materialien bauen, das ist uns vom Magistrat untersagt“, erklärt Katharina. Wahrscheinlich will man baulichen Wildwuchs verhindern. Bretterhütten sind leichter zu entfernen. Doch Katharinas Hütte hat etwas Besonderes. Sie ist nicht so dunkel wie die anderen Holzverschläge, in denen sich die Menschen nur abends und zum Schlafen aufhalten. Katharinas Hütte hat keine Fenster, aber bietet dennoch Schutz und Tageslicht. Dutzende durchsichtige, leere Plastikflaschen – eigentlich Müll – sind aufeinandergereiht und verklebt. Sie bilden die Hüttenfront. Durch sie fällt Tageslicht in die sonst so düstere Hütte. „Licht ist für die Frauen und Kinder, die viel Schlimmes erlebt haben, so wichtig“, erklärt mir Katharina weiter.Sie leben von einem Tag auf den anderen und wissen nicht, ob es morgen eine warme Mahlzeit gibt, für sie und die Kinder. Da sind Katharina und die Frauen auf Spenden angewiesen oder ein bisschen Geld durch den Verkauf von Bastelarbeiten. Ich bewundere diesen Einsatz, dieses Leben. Ob Katharina eine tiefgläubige Christin ist, kann ich in der kurzen Zeit der Begegnung nicht ergründen. Doch sie glaubt an Jesus Christus und das tun die meisten Frauen um sie herum. Für mich verhält sie sich mit ihrer christlichen Nächstenliebe genauso. Sie ist den Frauen und Kindern ein Vorbild. Sie gibt ihnen Licht und eine Perspektive aus deren Finsternis heraus. Sie hilft ihnen, ein besseres Leben zu führen. Es liegt mir fern, Katharina als Lichtgestalt zu sehen oder zu bezeichnen. Doch auch für mich ist sie ein Vorbild. Sie tut das, was Paulus in seinem Brief an die Epheser schreibt.  Was macht unser Leben als Christen aus?Da stellt sich die Frage, was macht unser Leben als Christen aus? Der Brief, den Paulus an die Gemeinde in Ephesus schreibt, enthält das, was von uns Christen erwartet wird, nämlich: Weise zu sein, dieses Leben sinnvoll zu nutzen, Verständnis für unsere Mitm

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